Introducing: Simone de Beauvoir

Introducing: Simone de Beauvoir

Day #3: Introducing Simone de Beauvoir

 

Wenn wir über Feminismus reden, ist es meiner Meinung nach unumgänglich auch über feministische Theorien und Werke zu sprechen. Simone de Beauvoir war eine französische Schriftstellerin, Philosophin, und eine der bedeutendsten (wenn nicht _die_ bedeutendste) feministische Theoretikerin des 20. Jahrhunderts.
De Beauvoir hatte ein bewegtes Leben, aus dem ich nur ein paar Eckpunkte nennen kann und über das ihr bei weiterem Interesse ihre Autobiografie lesen solltet. Sie hat Philologie, Mathematik und Philosophie (u.a. an der Sorbonne) studiert, gelehrt, eine Beziehung zu Sartre geführt, Radio gemacht, sich vielseitig politisch engagiert und vor allem geschrieben. Im Jahr 1954 wurde sie für ihren Roman „Les Mandarin“ (Die Mandarins von Paris) mit dem bedeutendsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet.

De Beauvoir war von Beruf Autorin, doch das Werk, für das sie am meisten Aufmerksamkeit bekam, ist kein Roman, sondern ihr Werkes „Le Deuxième Sexe“, welches auf Deutsch „Das andere Geschlecht“ heißt. Die Übersetzung ist übrigens nicht ganz unkontrovers, da sie von einigen Philosoph*innen als falsch eingeschätzt wird, aber dazu ein anderes Mal. Das Buch ist in zwei Teile geteilt: Les faits et les mythes („Die Tatsachen und die Mythen“) und L’expérience vécue („Die gelebte Erfahrung“). Das Werk diskutiert Mythen wie etwa die Vorstellung von Weiblichkeit im gesellschaftlichen und historischen Kontext sowie in der Biologie und Psychoanalyse. Im Kern wird die Stellung der Frau innerhalb Gesellschaft und Wirtschaft analysiert. Diese Analysen wirken hinführend zu de Beauvoirs Aufruf zur Emanzipation.

Wenn man die deutsche Ausgabe in der Hand hält, kann das sehr mächtig wirken. Insgesamt gut 900 Seiten umfasst das Werk, was gerade auf Einsteiger*innen einschüchternd wirken kann. Hier hilft es aber, sich die Zweiteilung in Erinnerung zu rufen und sich vielleicht vorzustellen, dass man zwei Bücher hintereinander liest. Mir hat dieser Gedanke sehr geholfen. Wenn ihr nicht allein lesen wollt, dann findet ihr vielleicht einen Lesekreis in eurer Nähe oder gründet mit anderen Interessierten einfach selbst einen! Es ist immer gut, sich über das Gelesen auszutauschen und so voneinander zu lernen. De Beauvoirs Werk war nicht umsonst bahnbrechend und ich bin mir sicher, dass wir alle (also nicht nur meine weiblichen Follower) davon lernen können und sollten. Und wer sich wirklich nicht so ganz rantraut, kann sich auch mit Julia Korbiks Buch „Oh, Simone!“ ran wagen. So oder so: Lest de Beauvoir!

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