Vegan Guide : Vegan Kickstart-Helfer.

Hallo hallo,
heute werde ich euch eine Starthilfe in Sachen vegan leben geben. Ich glaube, dass es einige Menschen gibt, die sich gerne tierleidfrei ernähren wollen und aus diesem Grund versuche ich nun ein paar Tipps zu geben. Ich selbst lebe seit 1,5 Jahren vegan und seit 5 Jahren als Vegetarierin und natürlich ist das Internet voll von klugen Seiten und Anleitungen, aber im folgenden Text werdet ihr Faktoren finden, denen ich eine gewisse Wichtigkeit zuordne. Hier geht es erst einmal um die Ernährung, um alle andere Lebensbereiche werde ich mich nach und nach kümmern.
Wenn du von heute auf morgen vegan leben willst ( und das geht ) dann beachte einfach dies:

1. Penibel sein ist voll in Ordnung.
Als Veganer_in muss man darauf achten, dass in den Lebensmitteln und Konsumgütern nichts tierisches steckt. Dass das mit Arbeit verbunden ist versteht sich von selbst, doch es ist keineswegs übertrieben, denn es ist unglaublich wieviele verstecke Ingridenzien sich in alltäglichen Gütern befinden. Deshalb muss man sich absolut nicht doof vorkommen, wenn vieles mehrmals unter die Lupe genommen wird.
2. Sei aufmerksam.
Halte beim Lebensmittelkauf die Augen auf und nimm dir die Zeit die Zutatenliste durchzugehen und erkundige dich, ob einige Zutaten nicht doch tierischen Ursprungs sind. Dabei ist es aber auch wichtig zu wissen, dass Milchsäure durchaus vegan sein kann oder dass eben auch viele Produkte nicht vegan sind, obwohl sie auf den ersten Blick so aussehen. Hier wären Fruchtsäfte zu nennen oder auch Bonbons mit Fruchtfüllung.

3. Erzähl anderen nicht auf Teufel komm raus, dass du vegan lebst.
Die halbe Welt scheint sich über sich profilierende Veganer_innen aufzuregen und das nicht ohne Grund. Irgendwie haben viele die Angewohnheit ungefragt von ihrem Veganismus zu erzählen und das kann ziemlich nerven, egal wie sich dein gegenüber ernährt.

4. Erweitere deinen Horizont.
Viele denken, dass Veganer_innen nur noch Salat essen können und die Frage „Was kannst du dann eigentlich essen?“ haben sicher schon sehr sehr viele gehört. Ich weisz nie was ich als Erstes antworten soll, denn seitdem ich vegan lebe, habe ich so viele neue Dinge kennengelernt, von denen ich vorher nie gehört habe. Vegane Ernährung besteht nicht nur aus Salat und Tofu, denn es gibt Dinge wie Quinoa, Seitan, Tempeh und einfach jede Menge neuer Sachen zu entdecken.

5. Lass dich nicht provozieren.
Es wird immer wieder Leute geben, die einem das vegane Leben madig machen wollen. Doofe Sprüche kommen auch ab und zu, aber da sollte man einfach weghören, denn sich auf eine Diskussion einzulassen ergibt wenig Sinn, wenn dein Gegenüber sowieso nicht auf ein tiefgründiges Gespräch aus ist, sondern nur ein bisschen pöbeln will. Es wird immer wieder Leute geben, die mit Argumentationsketten wie „Nichts tierisches konsumieren –> aus Empathie, warum dann Papier benutzen –> kein Mitleid mit dem Baum oder was?“ kommen ( Text zu diesem Thema gibt es von mir dazu hier. )
Ich glaube, dass es nie komplett gelingt so zu leben, dass keinem Lebewesen geschadet wurde, aber Veganismus bedeutet nicht ein Punkte-Ranking zu veranstalten, sondern nach seiner Moral zu leben und vielleicht ein paar Schritte weiter zu denken.

6. Informiere dich.
Hab keine Angst vor Mangelerscheinungen oder ständigem Hungergefühl. Solange man sich ausreichend informiert und nach guten Nährstoffquellen in den verschiedensten Lebensmitteln sucht, ist das alles kein Problem. Es gibt mittlerweile zig Infoportale zum Thema Veganismus, also keine Sorge.

7. Lass es einfach weg…
Ein „herkömmliches“ Gericht kann schnell durch Weglassen veganisiert werden. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Pizza auch ohne Käse gemacht werden kann oder ein Marmeladenbrot auch ohne Butter auskommt.

8. … oder ersetz es.
Die wunderbare Welt des veganen Ersatzes lässt meiner Meinung nach keine Wünsche mehr offen. Wer auf Fleischgeschmack und Optik wert legt, der kann die zahlreichen Sojaersatzmittel oder auch Seitan nutzen. Milchprodukte ( ja auch Käse ) können ersetzt werden durch pflanzlichen Milchsorten und Sojapudding usw. Fast jeden Tag werden neue Produkte auf den Markt geworfen, die an Dinge aus dem nicht veganen Sortiment erinnern. Mittlerweile ist es ja nicht mal mehr ein Problem als Veganer_in Thunfisch oder Schrimps zu essen.

9. Steh dazu.
Als die Menschen in der Pizzeria mich fragten, warum ich keinen Käse auf der Pizza wollte, antwortete ich oft, dass ich laktoseintolerant sei. Das ist nicht ganz falsch, aber es ist nicht der Grund warum ich vegan lebe. Man sollte keine Angst vor den Reaktionen haben und du bist niemandem eine Erklärung schuldig.

10. Plan dir Zeit ein.
Als Veganer_in musst du oft die Zutatenliste der Produkte durchlesen und vieles selber kochen. Das bedeutet Zeitaufwand. Es gibt einfach nicht viele vegane Fertigprodukte und das ist auch gut so, denn wenn man selbst kocht, dann geht man mit dem Essen ganz anders um. Vorher beschäftigte man sich mit den Zutaten, probiert in der Küche neues aus und merkt erst einmal was man schon kann und kannte und was nicht. Im Endeffekt hat selber kochen meist den gleichen Zeitaufwand wie ein Fertiggericht.
Wichtig wäre hier noch zu sagen, dass es klug ist Brote zu schmieren, wenn man aus dem Haus geht, da vegane Snack selten zu erwerben sind und man sich nicht ewig von Oreo Keksen ernähren kann c:

11. Versuch nicht zu bekehren.
Spiel nicht den Moralaposten, wenn du mit anderen zusammen isst. Wenn dich niemand danach fragt, dann sind Sprüche wie „Du isst da gerade eine Leiche“ oder „Die Energieressourcen für eines deiner Schnitzel hätte für 100 Salatköpfe gereicht“ komplett unangebracht. Tierleidfrei zu leben macht dich noch lange nicht zu dem besseren Menschen. Nicht jede_r möchte das Essen kommentiert haben und mal ehrlich: Als Veganer_in ist man doch auch den ewigen Fragen nach der B12-Quelle müde oder?

12. Gib nicht so schnell auf
Am Anfang ist das vegane Leben tatsächlich etwas kompliziert, da eine gewisse Umorientierung erforderlich ist. Nach einer Woche oder vielleicht auch einem Monat ( das ist ja immer unterschiedlich ) fällt alles viel leichter. Wenn du doch mal aus Versehen ein Bonbon mit Bienenwachs gegessen hast, dann wird sicher nicht die Veganer_innen-Polizei kommen. Sich vegan zu ernähren ist ein Prozess, denn nach und nach findet man heraus, dass auch in vielen herkömmlichen Produkte nichts tierisches drin ist oder dass auch das Bistro von nebenan vegane Speisen anbietet.

Wenn ihr sonst noch Fragen zum Thema Veganismus habt, dann schreibt mich einfach an. Bis dahin – viel Erfolg. 

<3 

You May Also Like

2 Comments

  • Anonym 2. April 2015 14:22

    weiterer tipp: in türkischen supermärkten findet man auch oft veganes süßkramzeug, da es oft sorten ohne gelatine und schellack gibt! manchmal jedoch mit rindergelatine…einfach drauf achten!

    scheut nicht davor zurück firmen anzuschreiben! Ich habe oft dinge geschenkt bekommen und ein paar tage auf antworten von firmen gewartet! so ist zb nur das rote wassereis von bussy nicht vegan, alle anderen schon!

    falls wer käse oder yoghurt herstellen will (natürlich nicht aus kuhmilch, sondern soja, reiß, mandel, hafer…): in türkischen läden gibt es in kleinen behältern manchmal mikrobielles lab zu kaufen! anleitungen dazu gibt es dann im internet!

    Und wer braucht schon Säfte, wenn man Smoothies machen kann!!

    🙂

  • Nhi Le 2. April 2015 14:23

    Hallo liebe_r Anon!
    Danke für die zahlreichen Tipps, vor allem die Ermutigung, Firmen anzuschreiben, finde ich großartig.
    Den türkischen Supermarkt kann ich nur in Hannover nutzen, da freu ich mich umso mehr drauf.

    Liebe Grüße!

Leave a Reply

*

"ga(‘set’, ‘anonymizeIp’, true);"