Sonntagsworte: Genug genörgelt.

Von jetzt auf gleich überkommt mich die Unzufriedenheit. Meist sind es Umstände, die man eh nicht ändern kann und dem Unmut wird dann Luft gemacht, indem man sich heftig beschwert, jammert und eben nörgelt. Dass das nicht nur anstrengend für alle um mich herum, sondern auch für mich selbst ist, wäre dann wohl die Erkenntnis zur Besserung.


Ehrgeiz, Perfektionismus, Unermüdlichkeit. Drei Worte, die mehr oder minder das gleiche beschreiben und irgendwie dennoch Nörgeleien mit sich bringen. Normalerweise läuft es doch so : Man setzt sich etwas in den Kopf und wenn man sein Ziel erreicht hat, dann ist man froh und erleichtert. Ich hingegen habe mich schon öfters dabei ertappt, dass das Überwinden einer Hürde scheinbar nicht genug ist, sondern man immer mehr will oder doch noch etwas auszusetzen hat.

1,7 in der Prüfung sind gut, aber es hätte auch eine 1,3 werden können, ein Auftritt lief super, hätte aber auch besser vorbereitet werden können, der Zug wurde gerade so geschafft, aber ich hätte auch einfach früher losgehen können.
Hätte, könnte, sollte – der Konjuktiv, der Stoff aus dem Nörgeleien gemacht sind. 
Abgesehen davon, dass es schlecht für sich selbst ist, nervt es wahrscheinlich alle Mitmenschen, wenn man permament unzufrieden ist. Mir selbst wurde das erst bewusst, als ich für einige Zeit mir einer Person unterwegs war, die sich selbst an den belanglosesten Dingen störte und dies gekonnt zum Ausdruck brachte. „Das muss aufhören“ dachte ich mir dann und nahm mir vor weniger zu nörgeln und mir mehr selbst auf die Schulter zu klopfen. Ich möchte weder mir selbst, noch meinen Freund_innen zur Last fallen, indem mein Ehrgeiz zur daurhaften Verdrossenheit wird.
Irgendwie schade, dass mir erst klar werden musste, dass mein Nörgeln andere sicher nervt, damit ich damit aufhöre oder es reduziere. Schließlich wusste ich auch vorher, dass es für mich selbst auch nicht gerade hilfreich ist. 
Doch egal auf welchem Weg die Einsicht kam, mir ist nun bewusst, dass man manche Dinge nicht ändern kann und jeder Erfolg gefeiert werden sollte, ganz ohne Konjunktiv.

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2 Comments

  • Ali Schwarzer 11. August 2014 8:43

    Ach du, ich wäre froh, wenn ich mehr nörgeln könnte. Treffen wir uns doch in der Mitte. Wie wär's? 🙂

  • Nhi Le 11. August 2014 8:44

    Gute Idee! Ich will es zumindest nicht gänzlich abstellen, denn es gehört ja auch irgendwie zu mir. Ich reduziere und du gehst rauf c:

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