Sonntagsworte: Diäten, Magazine und der eigene Körper.

Jeden Sommer das Gleiche: Die Temparaturen klettern mehr oder minder in die Höhe und die Regale in den Kiosken sind voll von Abnehmtippsmagazinen und Sommerdiät-Specials. Warum das nicht gesund fürs Selbstbewusstsein sein kann, lest ihr nach dem Sprung.





An sich ist das kein neues Phänomen, über das ich mich jetzt aufrege, da es ja wie oben schon gesagt, jedes Jahr passiert. Aber nur weil sich etwas „eingebürgert“ hat, bedeutet das nicht, dass es akzeptiert werden sollte. Das Kredo der sogenannten Frauenmagazine lautet in etwa „Du bist schön wie du bist, aber bitte, nimm wenigstens im Sommer ein paar Pfunde ab, damit du ein bisschen der Norm entsprichst, okay?“ und das nervt. Es ist nichts neues, dass man an jeder Ecke mit Idealen konfrontiert wird und sich ständig fragt, ob der eigene Körper denn nun „reicht“ oder nicht.

Das konträre an diesen Zeitungen ist eben, dass sie einerseits mit lapidaren Tipps zum Selbstbewusstsein helfen wollen, dir sagen, dass du dich ruhig in deiner Haut wohlfühlen kannst und andererseits 10 schnelle Tricks zum Pfunde verlieren und Sommerdiäten verbreiten. 

Mit der Bravo Girl fängt es an.
Schon die ersten Mädchenmagazine erzählen, wie man sich zu kleiden hat, wenn man den Jungs gefallen will, sexy aussehen möchte oder wie man eben eine Menge Aufmerksamkeit bekommt. Die aktuelle Ausgabe der Bravo Girl wirbt mit dem Titelthema „Dein Bikini-Guide! Welcher macht dich schlank und sexy?“. Muss man mit 12 denn schon sexy sein und ist eine schlanke Figur der einzige Weg, um durch die Welt zu kommen? Die Bravo Girl war die Zeitung, die ich in der Anfangszeit meiner Pubertät las. Mittlerweile finde ich es kaum verwunderlich, dass die meisten jungen Mädels sich derart von Schönheitsidealen und Normen beeinflussen lassen, wenn solche Hefte nur das Aussehen und wie man dieses den Jungs gefallend anpassen kann, thematisieren. 

Du bist schön, aber mach eine Diät. 
Weiter geht es dann mit Zeitschriften die auf Frauen ausgelegt sind. Seien es die Lifestyle-Magazine oder die Illustrierten, die meist beim Arzt ausliegen. Sie alle trainierien uns auf die optimale Bikini-Figur für den Sommer. Versteht mich nicht falsch, wer gerne freiwillig Sport macht, Muskeln aufbauen will oder sich eben aus gesundheitlichen Gründen auf Diät setzt, der darf das gerne machen. Es besteht jedoch ein Unterschied darin, ob ich mich äußerlich verändern möchte, weil ich das für mich mache oder ob ich mich verändern möchte, weil es den Normen entspricht und ich sonst Komplexe bekomme, da ich nicht in das schöne Allgemeinbild passe. Denn es ist ja nicht zu verleugnen, dass in der Werbung, in Magazinen und auch im Fernsehen meist nur schlanke, manchmal fast schon magere Menschen zu sehen sind. 
My body, my choice.
Jetzt könnte man sagen, dass es mir ja egal sein kann, ob die Norm besagt, dass alle schlank sein sollten, schließlich bin ich es ja. Mir geht es aber darum, dass jede und jeder selbst bestimmen sollte, wie er oder sie sich wohlfühlt. Tatsächlich, aber es gibt auch dicke Menschen, die sich so mögen und gar nicht abnehmen wollen! Es gibt auch Menschen, die weitestgehen ein stabiles Selbstbewusstsein haben und sich dann doch von der Menge an „schönen schlanken Menschen“ plattwalzen lassen. 
Dieser Eintrag ist relativ oberflächlich gestaltet, da die Sommerdiäten in Magazinen nicht die Wurzel des Problems sind, jedoch sind sie Teile einer Kultur, die nicht schlanke Körper, als nicht der Norm entsprechend beschreibt und Selbstzweifel en masse hervorbringt. 
Denn es ist doch komisch. Hat man ein bisschen zugenommen, dann heißt es, man würde sich gehen lassen oder nicht mehr auf sich achten. Hat man ein bisschen abgenommen, dann ist man gleich dem Magerwahn verfallen und somit ein schlechtes Vorbild.
Ich möchte, dass jede Person selbst über ihren Körper bestimmt und kein Magazin und auch keine Werbung hat mir zu sagen, wann ich mich auf Diät setze. 


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4 Comments

  • Sab 22. Juni 2014 21:21

    Hm. Du hast schon Recht: In Zeitschriften drängt sich dieser schreckliche Diätendrang wirklich sehr auf.
    Trotzdem, du schreibst ja selbst, dass die Wurzel woanders liegt. Eigentlich spiegeln diese Magazine nur die gesellschaftlich weit verbreitete Dickenfeindlichkeit und Körpernormierungen wieder, die sich auf subtile Art auch in der Mode, anderen Medien, im Beruf usw… eben fast überall finden. Manchmal finde ich es sinnvoller, dort oder bei sich selbst anzusetzen.

    Dennnoch finde ich deine Einstellung gut! 🙂

  • Nhi Le 22. Juni 2014 21:23

    Hey Sab!
    Ja es war mir auch wichtig das zu schreiben, denn Magazine als Quelle des Übels zu bezeichnen wäre unreflektiert. Du hast Recht, man muss sich auf sich selbst konzentrieren und am Besten diese Normen ausblenden, auch wenn es schwer ist.

    Danke für deinen Kommentar!

  • Artea 23. Juni 2014 15:13

    Ich finde das auch immer so unsinnig. Da steht auf Seite 12: Liebe dich selbst! Fehler machen dich besonders!"
    Und auf Seite 14 dann die großen Diättipps. Irgendwie auch scheinheilig ^^

  • Nhi Le 23. Juni 2014 15:13

    Scheinheilig ist ein passendes Wort!

    Liebe Grüße! c:

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