Deine Fragen nerven immer noch.

Time for some more rage.

Über Alltagsrassismus und Fragen à la „Na wo kommst du WIRKLICH her?!“ habe ich schon einmal hier etwas geschrieben. In jenem Artikel geht es um Diskriminierung und Fragen, die nicht unbedingt rassistisch, aber in jedem Fall nervig sind.

Seitdem ich in Leipzig wohne, wurden mir immer mehr häufiger komische Fragen gestellt. Mir wurde (wahrscheinlich unbewusst) siganalisiert, dass ich anders sei oder mein Gegenüber mich als anders wahrnimmt. In der thüringischen Kleinstadt, aus der ich komme, war das nie so. Da kannten sich eben alle. Momentan schiebe ich es auf die Größe Leipzigs – je mehr Leute, desto mehr doofe Fragen sind möglich.

Nachfolgend findet ihr ein paar Phänomene, die mich wirklich nerven.

Your English sucks. 
„Should I take a photo of you?“ wurde ich gefragt, als ich mit der Kamera auf dem Markt stand. Wahrscheinlich wurde ich für eine Touristin gehalten, dachte ich. Mit der Zeit kam es immer häufiger vor, dass ich auf Englisch angesprochen wurde.  
Klar, auf die nächste Kinderschokolade kommt mein Gesicht sicher nicht, aber darüber ein Gespräch führen – das ginge eigentlich klar. Es nervt, dass die Leute aufgrund meines Aussehens denken, dass ich kein Deutsch sprechen könnte

Ich wegbringen das und dann gut?
Es gibt Leute, die absichtlich falsch sprechen und diese kruden Satzkonstruktionen dann als Erleichterung der Sprache ansehen. Sie gehen einfach davon aus, dass es besser sei, grammatikalischen Nonsens zu verbreiten, als der Person gegenüber die Chance einzuräumen, dass sie den normalen Satz versteht. Solche Situationen habe ich schon oft mitbekommen. Warum sagt die Zugbegleiterin „Dann da aussteigen, ja?“ zu der POC statt „Steigen Sie bitte da aus!“. Am allerbesten sind die Aussagen, die noch extra verlangsamt daher kommen, um dem/der Gesprächspartner_in jaaaa nicht zu viel zuzumuten.

Die Ausländerin sagt es uns. 
Sagte meine Dozentin zu mir im Seminar. Mittlerweile ist der Vorfall mehr oder minder geklärt, das ändert aber nichts daran, dass sie mich wieder als anders wahrgenommen hat. Die Ausländerin und nicht die Studentin war dann erstmal ziemlich geschockt.

Und warum nervt mich das jetzt?
Wie schon beim Wurzel-Post geschrieben, möchte ich einfach als Person wahrgenommen werden. Nicht als Person, die schlecht oder kein Deutsch spricht, nicht als Person, die irgendwie anders ist, nur weil sie nicht Deutsch aussieht.

Dieser Artikel kann Trolle anziehen. Das liegt dann nicht an mir, sondern an dem was geschildert wird. Es gibt Leute, die ihre umempathische Meinung verbreiten, vor allem Internet kommt das häufig vor. Dazu habe ich schon mal hier etwas geschrieben. Dieses Mal wird es keine „Du bist aber ganz schön empfindlich“-Diskussionen geben, weil ich gemerkt habe, dass diese nichts bringen. 

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1 Comment

  • Ali Schwarzer 21. Dezember 2014 22:06

    Schick die Trolle zu mir rüber. Den geb' ich dann eine mit. Haha.

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