Sonntagsworte: Danach? – Ich bin erstmal mit der Gegenwart beschäftigt. Dinge über das Studium.

Da war er wieder: Ein Funken Unsicherheit über das Studium, während ich Zeug FÜR das Studium mache. Im heutigen Artikel geht es um Uni-Befindlichkeiten.

Hab ich euch schon erzählt, dass ich dieses Jahr die „Slam“-Rede auf der Immatrikulationsfeier der Uni halte? Fancy (und Schleichwerbung).

Im Zuge dessen, aber auch im Zusammenhang mit vielen anderen Faktoren, habe ich mehr und mehr über mein Studium nachgedacht. Es ist nämlich so, dass ich in der Rede so einige Ersti-Anekdoten verarbeiten möchte. Das fühlt sich nämlich alles gar nicht so weit weg an, gleichzeitig muss ich mich in ein paar Wochen auf die Bachelor-Arbeit bewerben. Hups, das Bachelor-Studium neigt sich also dem Ende entgegen.
Ich muss immer wieder daran denken, dass ich mich nach dem Abi total auf das Studium freute. So wie jetzt habe ich einige Traumziele vor Augen, konnte aber auch nie so wirklich beantworten , was ich danach mal konkret machen würde. Trotzdem war ich immer motiviert. Das bin ich jetzt auch noch, aber manchmal frage ich mich wirklich, was ich mit meinem Studium denn Greifbares erreicht habe. Das Ding ist, dass dir niemand nach dem Abi sagt, dass dein Studium dich auf keinen Fall fit für den Arbeitsmarkt macht. Ich weiß damit umzugehen, weiß, dass ich mich selber kümmern muss, Praktika, Engagement und blablabla. Meist habe ich das auch wirklich gut im Griff, nur in letzter Zeit habe ich das Gefühl, eigentlich nur von Prüfungsleistung zu Prüfungsleistung zu hetzen. Im Studium selbst lässt man es dann vielleicht relativ locker angehen, liest den einen Text sehr gewissenhaft, den anderen gar nicht und am Ende der Vorlesungszeit scheint nichts wirklich hängen geblieben zu sein. Was hat nochmal Focault gesagt? Hab ich da überhaupt etwas dazu gelesen?

Und dann kommt da noch ein Praktikum, dann das Verfassen der Bachelor-Arbeit und dann? Master gleich hinten dran oder ein Sabbat-Jahr? Aber dann bin ich exmatrikuliert und nicht mehr krankenversichert und hach. Dieser wirre Gedankenknoten rollt seit einiger Zeit in meinem Kopf hin und her. Das ist trotzdem noch besser, als so ein Affe, der zwei Becken gegeneinander schlägt, oder?

Eine meiner besten Freundinnen wird ein Urlaubssemester einlegen. Das kam für mich nie in Frage, da ich immer dachte, dass man sein Bafög nur in der Regelstudienzeit bekommt. Was ich damit sagen will, ist, dass ich mir manchmal unglaublich unflexibel vorkomme. Durchziehen war immer die Devise, allerdings weiß ich nicht, ob ich so früh schon für den Arbeitsmarkt bereit bin. Mal angenommen, ich mache in dem Tempo weiter. Bachelor-Abschluss mit 21. Master-Abschluss mit 23 oder 24 und dann für immer arbeiten. Hm.

Meine Gedanken bewegen sich permanent zwischen durchziehen und dem Wunsch nach Entschleunigung und weniger Stress. Mal angenommen ich hätte eine Pause vom Studium und finnazielle Absicherung. Ich könnte den ganzen Tag meinen Projekten nachgehen. Mehr schreiben, mehr slammen, mehr bloggen, mehr shooten. Aber ich trau mich einfach nicht, von meinem momentanen festen Bachelor-Weg abzukommen und jede Etappe scheint noch ewig weg zu sein, weil ich ja erstmal meine zwei anderen Hausarbeiten schreiben muss. Das meine ich mit von Prüfungsleistung zu Prüfungsleistung hetzen.

Aus dem Grund kommt es mir auch seltsam vor, wenn Leute fragen, was ich mal machen will, wenn ich fertig mit dem Studium bin. Ich bin nämlich noch lange nicht fertig. Es fühlt sich zumindest so an. Angst macht sich gewisse nicht breit, aber da sind trotzdem eine Menge Zukunfts-Zweifel-Unsicherheiten.

Also fragt nicht, was ich danach mal mache. Ich bin erstmal mit der Gegenwart beschäftigt.

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