Snapchat – Ich bin jetzt doch da

Snapchat – Ich bin jetzt doch da

Ich hab mich lange davor gesträubt, auf Snapchat anzumelden. Zu keiner anderen App stand ich so ambivalent.

Als ich mir mein iPhone kaufte, lud ich schon vor ein paar Monaten Snapchat runter, nur um es Stunden danach zu löschen. Ich hatte einfach zu viele Vorbehalte: Erst einmal war das nur eine neue App, in der ich noch mehr als so schon von meinem Leben ins Internet stellen würde. Eine App, die ständig nach dir verlangt, da du was posten solltest, aber vor allem selbst anschauen sollst, da der Content sonst nach 24 Stunden weg ist. Schnell! Sonst hast du es verpasst.
Das war das letzte, was ich brauchte – einen Grund noch mehr am Handy zu sein. Wenn das Datenvolumen es hergibt, aktualisiere ich ja so schön ständig Facebook, Twitter und Insta mit dem Ergebnis auf dem neusten Stand sein zu wollen und eine Aufmerksamkeitsspanne von einmal Scroll zu entwickeln.

VIEL ZU ANSTRENGEND!

Druck – das ist das, was ich mit Snapchat verband und auch irgendwie immer noch tu. Alles ist schnelllebig und der Gedanke, Content zu produzieren, der nach 24 Stunden weg ist, ist doch irgendwie frustrierend. Und was sollte man da eigentlich erzählen? Was man gerade beim Einkauf entdeckt hat? Dass man hier an der Ecke zu Schulzeiten immer Center Schocks gekauft hat? Aha. Viel zu irrelevant erschien mir das, was viele meiner Bekannten erzählten. Mein Leben ist schon ziemlich aufregend, aber es machte mich wahnsinnig, auch noch davon alles teilen zu müssen und gäbe es wirklich Leute, die das interessiert?
Snapchat war für mich der Inbegriff von „Pic or it didn’t happen!“. Dazu kamen die ganzen möglichen Optionen von Filtern über „reinmalen“ bis hin zu Emojis. Mein Gedanke: Die Leute gucken sich das doch gar nicht an, wenn man da nicht einen Haufen Arbeit reinsteckt, aber genau das will ich nicht noch zusätzlich tun!

Ich bin jetzt doch da.

Manchmal habe ich mich dann doch erwischt, wie ich mir das Handy meines Freundes schnappte, um die ganzen Filter zu nutzen. „Lad es doch einfach runter!“ hörte ich dann. Aber warum denn? Die Menschen, denen ich folge, sind auch auf anderen Kanälen erreichbar. Snapchat war doch nur interessant, um „seinem Star“ noch näher zu sein, aber weder Nicki Minaj noch Beyoncé haben einen Account und andere interessieren mich nicht. Dann kam sie aber: FLOTUS Michelle Obama und ich zögerte keinen Moment. Ich finde sie sehr cool und habe hier meinen „Star“ gefunden, deren Snaps ich mir gerne reinziehe und bin gespannt.

Und jetzt?

Anfangs hatte ich meinen Account nur, um mit den Filtern zu spielen, da ich gar nicht richtig weiß, was ich zeigen soll – es scheint einfach zu irrelevant und momentan schreibe ich ja eh nur Bachelor-Arbeit. Ich bin jetzt aber wieder da und kann mir vorstellen, auch irgendein Gelaber zu snappen und bin gespannt, wie sich das alles entwickelt. Vielleicht ist dieser Druck auch gar nicht existent, wenn alles nach einem Tag eh nicht mehr verfügbar ist. Falls es doch super anstrengend wird, lösche ich mich einfach wieder. Ging beim letzten Mal ja auch.

Snapchat: nhile_de

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3 Comments

  • Myriam 21. Juli 2016 23:22

    Hi,

    so unter Druck setzt mich Snapchat nicht. Ich sehe mir halt gern abends die Geschichten von anderen Bloggern an. Ich habe ja auch über Snapchat in meiner Bachelor Thesis geschrieben. Die App bietet halt gerade für den Tourismussektor viel Potential.
    Ansonsten snappe ich, wenn ich durch Leipzig laufe oder halt auf meinen Reisen.
    Ich bin häufiger bei Snapchat als bei Facebook und Instagram.

    LG Myriam

    • Nhi Le 22. Juli 2016 17:05

      Hey Myriam!

      Danke für den Kommentar. Ich merke schon, dass es eigentlich viel Spaß macht und kann mir schon vorstellen, wo die App auch als Werbeplattform fungiert.
      Tatsächlich sind Insta und FB auch nur Plattformen, die ich mitschleppe. Witzig, dass es auch bei dir so ist!

      Liebe Grüße.

  • Trackback: Gedanken der Woche KW#29 – Nhi Le

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