Leipziger Lieblingsmomente – eine Blogparade von Leipzig leben.

Als mich neulich eine Freundin fragte, warum ich immer so gut über Events in Leipzig informiert sei, gab ich ihr nur einen Hinweis auf die Seite Leipzig l(i)eben.  Nun rief die Betreiberin des Blogs (Adelina) zu einer Blogparade auf, da die Seite zwei Jahre alt wird. Es geht um folgendes:
„Jeder von uns kennt diese Momente, in denen wir nicht wissen, ob wir lachen oder weinen sollen, in denen wir uns zu tiefst berührt, verstanden oder aufgehoben fühlen. Momente, die das Leben in Leipzig lebens- und liebenswert machen, seien sie noch so lapidar.“
Auch wenn ich noch nicht so lange hier bin, so kann ich dennoch etwas dazu sagen.


Ich wohne jetzt seit 4 Monaten in Leipzig und konnte schon am Anfang keinen konkreten Gründe nennen, warum ich seit geraumer Zeit hier her wollte. Ja klar, da war das Studium und der Ortsfaktor, aber eigentlich kamen 100 Gründe zusammen und verschmolzen zu einem „Ich will da hin, andere Orte? Nö.“ Diese Ereignisse bestanden aus Festival-Besuchen, Gesprächen und der Leipziger Buchmesse und auf diese bezieht sich auch mein Lieblingsmoment.

Moment.

Wir steigen aus der Tram, unsere Füße tun vom auf der Messe rumlaufen weh und eigentlich wollen wir nur was essen. Mein Kumpel erzählt uns, dass diese Karl-Liebknecht-Straße eine Art Boulevard darstellt und sich eine Kneipe an die nächste reiht. Wir wollen ein indisches Abendbrot genießen, doch es ist zu voll und nach einer halben Stunde Wartezeit verlassen wir das Lokal.
Das ist jetzt der Punkt, an dem es in der Stadt, aus der ich komme, keine Alternative gegeben hätte. Irgendwie gibt es dort nichts zu machen, du kennst schon alles und alle und alle kennen dich. Da wird die Aral Tankstelle stets der Späti sein. Doch in Leipzig ist es anders. Wir steigen also wieder in die Tram und fahren nach Connewitz, vorbei an den Lichtern der Kneipen und an lächelnden Menschen.
Plötzlich wusste ich, dass es hier viel zu machen gibt und ich hatte trotzdem das Gefühl, dass es nicht überlaufen war. Mir wird gesagt, dass Leipzig die perfekte Größe hat. Wenn du aktiv sein willst, dann sei es doch. Wenn du zu Hause sitzen willst, dann bleib eben sitzen. Niemand verurteilt dich hier, denn es gibt zu viele Menschen, die sich im positiven Sinne nicht dafür interessieren, was du tust. Andererseits gibt es zu wenige Menschen, sodass du dich nie wie ein kleines Licht fühlen wirst.

Das klingt wie die Geschichte einer Kleinstadtchaotin, die froh ist, dass nach 20 Uhr noch der Supermarkt offen hat. Wahrscheinlich ist es das auch, aber es ist auch der Gedanke, dass es einen Ort gibt, der mich glücklich macht, einfach weil ich dort bin. 7 Monate später zog ich dort hin.

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Hier gibt es noch einen Moment aus der Uni.

Uni-Moment ( oder noch so ein Buchmessen-Ding).

„Und dann haben wir die kleinen Insel-Bücher überall in der Innenstadt aufgestellt. Das passte natürlich immer. Thematisch passte das Buch zum Beispiel zu Nordsee oder zu diesem Spirituosen-Laden. Wir wollten, dass die Besucher sehen, wie Leipzig mit den Büchern zusammenhängt. Wo sonst kan man sowas machen? Nur in Leipzig ist die Innenstadt so geschlossen, nur in Leipzig hängt die Stadtgeschichte so mit der des Buches zusammen.“
So oder so ähnlich erzählte unser Buchwissenschafts-Professor vom Buch-Stadtrundgang, der 2013 zur Buchmesse initiiert wurde. Ich mag es, wenn die Menschen, die hier wohnen davon erzählen, wie glücklich sie hier sind und wie einzigartig es doch in Leipzig ist.

Vier Monate sind vielleicht zu kurz, um spektukuläre Dinge zu erleben. Die Zeit reicht allerdings, um absurde Alltagsmomente aufzuschreiben und auf neue Erlebnisse zu warten.

Artikelfoto von Leipzig l(i)eben.
 

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4 Comments

  • pantaophoto 16. Januar 2014 9:58

    Sehr schön, wie Du von dieser wunderbaren Stadt schreibst, und wieviel Du doch innerhalb dieser kurzen Zeit hier für dich "mitnimmst". 🙂

    Liebe Grüße aus dem Leipziger Osten,
    Jessi

  • Nhi L. 16. Januar 2014 9:59

    Ich freue mich, dass man herauslesen kann, dass ich mich hier sehr wohlfühle.

    Grüße zurück aus der Innenstadt c:

  • TheGoldenTree 16. Januar 2014 16:06

    Hallo Nhi 🙂 Gerade habe ich eher durch Zufall deinen Blog hier entdeckt. Und ich wollte dir nur sagen, dass ich es total toll finde, wie viel Mühe du dir damit gibst und wie individuell du mit Worten umgehen kannst, sodass so ein "simpler" Post aus Buchstaben wie der hier wirklich zu erlebten Momenten wird. (Naja gut, den zweiten Moment habe ich ja auch tatsächlich miterlebt, als ich vermutlich ein paar Reihen hinter dir im Hörsaal saß). Ich hab auch seit kurzem einen eigenen Blog, allerdings noch nicht so lange wie du diesen hier. Ich finde es cool, jetzt mal jemanden aus meinem Umfeld zu kennen, die ebenfalls Bloggerin ist. Mach auf jeden Fall weiter so! 🙂
    Alles Liebe, Josi 🙂

    http://the-golden-tree.blogspot.de/

  • Nhi L. 16. Januar 2014 16:11

    Hallo Josi. Ah na klar, ich habe dich doch schon öfters in der Uni, wahrscheinlich ein paar Reihen hinter mir gesehen.

    Deine Worte haben mir den Tag versüßt und mich echt zum Lächeln gebracht. Vieleicht sprechen wir uns mal in der Uni an und plauschen ein wenig.

    Hab ein gutes Wochenende!

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