Gedanken der Woche KW#8

Gedanken der Woche KW#8

Dokus schauen, beste Besuchszeit und netzwerken – alles aus der letzten Woche.

Gedacht: Eine Bekannte sagte mal zu mir, dass man sein Glück nicht von anderen Menschen abhängig machen solle. Ich verstehe ihre Aussage, allerdings gehe ich da nicht mit. Ich will nicht darauf verzichten, mit tollen Menschen eine gute Zeit zu haben und daraus dann Kraft zu ziehen. Wie gut das funktioniert habe ich u.a. durch Besuch (hey Tara) und wirklich bereichernde Gespräche gemerkt. Da ist die Gewissheit, dass man sich anvertrauen kann, die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse oder der Gedanke, dass man sich irgendwie nie nervt.

Geschaut: Dienstag war Tag der Muttersprache. Meine Vietnamesisch-Skills sind nicht mal Muttersprachentauglich, trotzdem fand ich es ganz passend, an diesem Tag einen vietnamesischen Film zu schauen. Abgesehen davon läuft er nur dreimal in Leipzig. Dass ich südvietnamesisch gar nicht gut verstehe, fiel mir durch den Film ein weitere Mal auf. „Ein Haus in Ninh Hoa“ war – okay. Diese Art von Dokus gibt mir irgendwie nicht viel, am meisten Gefallen fand ich wohl noch an der bekannten Atmosphäre. Der Film wurde wie ein Spielfilm aufgebaut, Protagonist*innen schauten nie in die Kamera usw. Da das Gezeigte allerdings „nur“ eine Dokumentation ist, bei der allerdings Erzählung, O-Töne etc. und somit Hintergründe fehlen, war es für mich letztlich langweilig.
Mit dem Besuch im Cineding habe ich nun das vorvorletzte fehlende Kino auf meiner Liste abgehakt. Fehlen nur noch das Luru in der Spinnerei und die Schaubühne Lindenfels, da UCI und Cineplex mich nicht wirklich reizen.

Genetzwerkt: Unser Leipziger Quartier der Digital Media Women ist ins Veranstaltungsjahr gestartet. Bei „Unternehmerinnen erzählen“ haben drei spannende Speakerinnen referiert, es wurde eine Stunde lang diskutiert, aber vor allem genetzwerkt und ausgetauscht. Bei den DMW sind wir mittlerweile auch viele Bloggerinnen, man kannte sich schon vorher. Es erleichtert mich jedes Mal, dass die zene vor Ort so unterstützend ist und es keinen ätzenden Konkurrenzkampf gibt.

Geschaut II: In der Frauenkultur wurde die Doku „Die heimliche Revolution“ über Frauen in Saudi-Arabien gezeigt. Interessanter Einblick, wobei es auch viele Kopfschüttel-Momente gab. Von den vielen Frauen, sprach nur eine, Somayya Jabarti, die Chefredakteurin der Saudi Gazette das thema systematische Diskriminierung und deren Wurzeln an. Die anderen sahen in der Möglichkeit arbeiten zu gehen ihr höchstes Ziel oder aber vertraten die Meinung, dass man sich nicht entmutigen lassen solle und mit viel Arbeit alles schaffe. Diese Ansicht herrscht ja ortsunabhängig und ignoriert leider die eigentlichen Ursachen. Sehenswert war die Doku trotzdem. Schade, dass es keine anschließende Diskussion gab.

Gehostet: Dann war auch wieder Sprachaktiv U20 Poetry Slam.

Gewesen: Der AGRA-Flohmarkt ist immer wieder ein Erlebnis – nicht unbedingt im positiven Sinne. Als größter Trödelmarkt Europas beeindruckt die Größe. Neben schicken und günstigen Möbeln gibt es aber vor allem viel NS-Kram zu kaufen. Lapidar sind dann Hakenkreuze abgeklebt oder mit Gabeln (wtf?) verdeckt. Dass der Verkauf eigentlich illegal ist, scheint hier niemanden zu stören. Im Gegenteil, ein 90er Nazi, wie er im Buche steht, sprich Bomberjacke, Springer und Glatze, war wirklich erleichtert, als der den Stand mit all seinen Vitrinen sah.

Genervt: Achtung! Angry fan incoming. Ich muss da leider nochmal was dazu loswerden. Als Nicki Minaj-Fan habe ich mich sehr gefreut, als zwei neue Songs mit ihr als Feature erschienen sind. Die Rapperin Remy Ma nahm Nickis Lowshade-Diss als Anlass einen eigenen Diss-Song gegen sie zu veröffentlichen. 7 Minuten lang zieht sie über Nicki her. Natürlich war das erstmal schockierend für mich. Es wäre eine Lüge, würde man sagen, dass der Song nicht originell geschrieben ist. Der Inhalt geht aber stellenweise krass unter die Gürtellinie und es nervt mich, dass Leute Remys Slut- und Bodyshaming derart feiern. Der Diss-Track kommt vor allem Leuten gelegen, die Nicki eh nicht mögen. Nickis Verkäufe und kommerzieller Erfolg (der eh nie zugestanden wird) sei nicht wichtig, es käme auf die Skills an. Remy sei hier überlegen. Schau ich mir das Video an, in dem sie ihren wohl doch nicht so selbst verfassten Text nicht mitrappen kann, kommen da Zweifel auf.

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