Gedaken der Woche KW#6

Gedaken der Woche KW#6

Enttäuschung, Beyoncés große Grammy-Performance, Lesebühnen-Spaß und Arthousefilm-Gejammere.

Gedacht: Nur nicht in die Selbstvorwurfs-Spirale abrutschen, auch wenn es zu leicht ist. Schade um alles, was geplant war. Es wäre weniger schlimm, wenn wir die Zeit hätten, um es zu wiederholen. || Glück und eine gute Zeit kann doch ortsubanhängig sein.

Gehostet: Die Kuppelhalle der LVZ diente Dienstag als Location für den ersten LVZ-Slam. Einen ganz netten Artikel zum Abend gibt es hier. Ich hatte beim Moderieren wie immer Spaß und der Redakteur findet mich überaus schlagfertig. Danke.

Geslammt: Leipzig hat eine neue Lesebühne. Sie heißt Sanfte Eskalation und ihre Mitglieder sind Leo Warnke, Josefine Berkholz, Louise Kenn, Katja Hofmann und Svenja Gräfen, also alles erfahrene Slam Poetinnen und bekannte Leipziger Gesichter. Ich war zu Gast und wollte den Auftritt nutzen, um neue Texte zu lesen. Keine Ahnung, ob ich mich irgendwann überwinden kann, etwas persönlich-persönliches zu lesen, aber für einen anderen neuen Text hat der Mut gereicht. Es war ein schöner Abend und an dieser Stelle noch ein kräftiges WTF an jene, die meinen, dass das Peter K. ein Schuppen sei. Ich fand’s nämlich schön schick.

Geschaut: Ich meine, dass Amazon Prime nicht gerade die beste Filmauswahl hat, jedoch ist die Watchlist mittlerweile auf beachtliche Länge gewachsen. Darunter sind Labyrinth des Schweigens, Million Dollar Baby und Melancholia. Entschieden haben wir uns dann doch für die Lost in translation-DVD. Der Film fehlte mir als Coppola-Fan, ich konnte mich nur nie wirklich überwinden, ihn zu sehen, da es nie den richtigen Moment für die Machart des Filmes gab. Nach dem Schauen steht fest, dass nichts Virgin Suicides vom Treppchen stoßen kann. Zum Thema Film habe ich diese Woche noch ein bisschen mehr zu sagen: Ich nehme es mir jedes Jahr vor, so viele Oscar-Nominierte aus dem aktuellen Jahr, wie möglich zu schauen. Mit nur einem Film (Arrival) sieht das momentan eher mau aus. Das Problem ist aber auch, dass viele Filme gar nicht in Leipzig zu sehen sind. Hidden Figures interessiert mich beispielsweise sehr und wird aber leider nur auf Deutsch gezeigt. Wenigstens etwas könnte man meinen, denn weder Fences noch Moonlight gibt es irgendwo zu sehen, dafür kommt La La Land scheinbar überall. Manno.

Geschaut II: Ein Glück, dass ich eh immer um 3 Uhr ins Bett gehe. So ist es gar kein Problem, die Livestreams von Awardshows zu schauen, vorausgesetzt der Stream funktioniert. Dieses Mal waren die Grammys dran. Kurz vor Beyoncés ganz großartigen Auftritt (ich meine, wer liefert so ab, hat derartige Visuals, hm?), klappte dann alles. Ich bin dann beruhigt ins Bett und hab natürlich gehofft, dass das Album „Lemonade“ oder der Song „Formation“ einen Award in den Hauptkategorien abstaubt. Schon vorher war klar, dass Adele eine harte Gegnerin ist, der Rolling Stone sagte ihr viele Gewinne voraus und erklärte auch warum. Ich finde es sehr schade, dass kein einziger Preis in einer HK an Bey ging. Nicht nur weil ich sehr großer Fan bin, sondern weil das Album ihr bestes Werk ist, eine unglaubliche Bandbreite an Themen und Genres abdeckt, es ein visuelles Album ist und nicht zuletzt einen riesige kulturellen und gesellschaftlichen Impact hat. Das AOTY ging wie alles andere an Adele, die auch eine tolle Künstlerin ist, allerdings sprachen für ihren Sieg in erster Linie die Verkaufszahlen. Im Gegensatz zu bereits genanntem scheint das minder wichtig, nicht so für die Academy. “I thought it was her year. What the fuck does she have to do to win Album of the Year?” sagte Adele, die selbst meinte, dass Bey den Award verdient habe, später. Ich frage mich das gleiche, denn „Lemonade“ zu übertreffen ist kaum möglich und diese Art der Würdigung war fällig.

Geplant: Hier schon die Ankündigung: Am 02.03 stelle ich meine Bachelorarbeit in der Frauenkultur vor. Kommt zahlreich, mehr Infos gibt es aber später in einem gesonderten Blogpost.

 

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2 Comments

  • Trang 14. Februar 2017 2:19

    Zu Moonlight: Wenn ich mich nicht irre, kommt der Film sowieso erst offiziell Anfang März raus in Deutschland (warte nämlich auch noch auf ihn). Und vielleicht ergibt sich Hidden Figures in OV beim nächsten Trip nach Berlin. n_n

    • Nhi Le 16. Februar 2017 12:53

      Ah danke für die Info!
      Ich hoffe wirklich, Moonlight sehen zu können und das mit dem Trip ist eine gute Idee!

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