Gedanken der Woche KW#47

Gedanken der Woche KW#47

Wochenzusammenfassung: Mit Solidarität mit Kristina Hänel und dem Kauf einer Tageslichtlampe.

Gelinkt: Am 24.11 wurde die Gynäkologin Kristina Hänel wegen Verstoß gegen Paragraph 219a zu einer Geldstrafe von 6000€ verurteilt. Sie hat auf ihrer Website angegeben, dass ihre Praxis Schwangerschaftsabbrüche anbietet. Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zu verbreiten ist laut des genannten Paragraphen verboten.
Das Urteil: „Der Gesetzgeber möchte nicht, dass über Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, als sei es eine normale Sache.“ ist ein Skandal und mit diesem Fall zeigt sich ein weiteres Mal, was in Sachen Abtreibung in Deutschland schiefläuft. Im Paragraphen 218 StGB steht nämlich, dass der Versuch des Schwangerschaftsabbruchs strafbar ist, die Schwangere aber nicht bestraft wird. „Man kann doch aber abtreiben“ wird immer wieder argumentiert, die Situation sei geregelt. Tatsächlich ist es aber so, dass man bei einer Abtreibung vorher zu einem verpflichtenden Beratungsgespräch muss. Dieses verzögert die Abtreibung um drei Tage und wird von vielen Betroffenen als Zumutung beschrieben, da es die eigene Entscheidungstreffung infrage stellt. Wer das Gespräch hinter sich hat, muss sich dann eine passende Praxis suchen. Wer durchführt und wer nicht, ist aber schlecht herauszufinden, da Paragraph 218a eine Information dazu ja verbietet. Die ganze Rechtslage ist also weit weg davon, Betroffenen selbstbestimmt die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch zu überlassen. Schließlich ist Abtreibung nicht mal legal.
Hänel hat nun eine Online-Petition gegen den Paragraphen gestartet. Ich verlinke sie euch hier und würde euch bitten, auch zu unterschreiben.
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von Protstfotografie Frankfurt zur Verfügung gestellt. Danke!

Gewesen: Im Vorfeld der Compact-Konferenz, welche die verschiedensten rechtsextremen Akteure nach Leipzig zog, organisierte das Bündnis NoCompact für verschiedene Veranstaltungen. Darunter war auch ein Vortrag von Jutta Ditfurth über Elsässer und Querfront. Ich hab eine Menge gelernt und finde sowohl Juttas Wissen als auch ihre Präsenz bewundernswert. Was schon vorher klar war, aber mir beim Vortrag einmal mehr bewusstwurde, ist dass viele Menschen keine Definition von Antisemitismus haben bzw. nicht wissen auf welch vielfältige Art und Weise Antisemitismus im Alltag begegnet. Ich verlinke hier eine Übersicht der Amadeu-Antonio-Stiftung.
Das Thema ist auch gerade an der Uni Leipzig aktuell, da dort eine politische Gruppe Flugblätter verteilt, in denen dem Stura Zensur vorgeworfen wird, da der Gruppe keinen AG-Status verliehen wurde. Der Stura begründet die Entscheidung mit dem Beschluss „Gegen jeden Antisemitismus“, dem die Ansichten und Aussagen der Gruppe widersprechen. Die ausführliche und nachvollziehbare Stellungnahme könnt ihr hier lesen.

Gekauft: Ich hab‘ mich wahnsinnig darüber gefreut, dass endlich meine Tageslichtlampe ankam. Da es täglich schon um 16 Uhr dunkel wird, tut das ziemlich gut. Ich glaube auch daran, dass eine derartige Lampe gegen saisonal-affektive Störungen (naja Winterdepression halt) helfen kann.

 

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