Gedanken der Woche KW#26

Gedanken der Woche KW#26

Bundestag, Drehbeginn und ein bisschen sowas wie Einsamkeit.

Gedacht: Seitdem ich in Berlin wohne, habe ich jeden einzelnen Tag gearbeitet oder irgendwas in Zusammenhang mit der Arbeit gemacht. Das Ergebnis ist, dass ich abends erschöpft ins Bett falle und freie Zeit nutze, um zu schlafen – nichts weiter. Das passt natürlich gar nicht mit meinem „Berlin entdecken“-Ansatz zusammen. Als ich dann am Wochenende die Zeit nutzen musste, um einen wichtigen Text zu schreiben und durch den strömenden Regen allein in der WG-Küche saß, war alles ein bisschen komisch. Es war keine Unzufriedenheit, aber in dem Moment habe ich einfach vermisst. Viele verschiedene Sachen, Menschen, Situationen. Das legte sich auch wieder ganz schnell, aber vielleicht kennt ihr das ja. Man ist die ganze Zeit beschäftigt und durch das ganze Arbeiten, kommen die eigenen Gefühle gar nicht durch. Wenn dann mal ein ruhiger Moment herrscht, kommt eben alles hoch bzw. man wird sich zum ersten Mal darüber bewusst, in was für einem Strudel man steckt.

Aber fangen wir mit der Woche von vorne an.

Gedreht: Die Produktion meiner neuen Jäger & Sammler-Folge lief an und mit der Journalistin Natalia Konyashina, gibt es auch ein neues Gesicht in der Redaktion. Zusammen haben wir ein ziemlich umfangreiches Thema gepackt und uns tolle Sachen ausgedacht.

Geschrieben: Ich bin nicht gut darin, mich zu entspannen, aber mich von Beauty-Videos auf YouTube berieseln zu lassen (schließlich gibt es auch tolle YouTuberinnen) und mit meinem Make-Up zu spielen, macht riesigen Spaß. Die meisten wissen ja, dass ich eine absolute Obsession mit Lippenstift habe und so langsam weitet sich das auch auf Lidschattenpaletten aus. Jetzt wo ich halbwegs weiß, wie man mit einem Monolid umgeht, ist vieles leichter. Dieses neue Interesse kann ich nun bald mit euch teilen und weiter ausleben, da ich nun Autorin beim Bliss Beauty Mag bin. Gegründet von den fantastischen Alabaster Zine-Bloggerinnen, startete das Magazin Mitte Juni und stellt etwas ganz neues dar. Mit 12 Autorinnen aus jedem Bereich, etabliert sich hoffentlich eine Seite, die es in dieser Art noch nicht in Deutschland gibt. Ich freu mich sehr, Teil davon zu sein.

Geregnet: Donnerstag war dann wohl Weltuntergangs-Tag in Berlin. Nachdem es schon die Woche vorher monsunartig geregnet hat, wurde hier alles getoppt. Es regnete in Strömen und das für mehr als 15 Stunden am Stück. Ich wollte es erst gar nicht glauben, all die App stundenlang 100% ansagte, doch spätestens als ÖPNV ausfiel und die Straßen überflutet waren, war die Situation klar. Unwetter sind ja nichts neues, aber so etwas habe ich nur in Vietnam erlebt, nicht aber in Deutschland.

Gewesen: Am besagten Regentag kämpfte ich mich abwechselnd durch den Regen oder saß schlotternd in einem klimatisierten Saal der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Nein, ich bin da nicht öfters und hätte mir auch nicht gedacht, dort mal zu sein. Grund dafür war die Konferenz: „Vergewaltigung ist eine Kriegswaffe“ der Menschenrechtsorganisation Hawar.help. Zusammen mit der CDU wurde die Veranstaltung nämlich ausgetragen. Natürlich war das ganze ziemlich bedrückend, aber ich bin dankbar, dass Salwa Rasho, Nusreta Sivac und Ruth Barnett ihre Schicksale mit den Zuhörenden geteilt haben, um für das Thema zu sensibiliseren. Es ist nur ansatzweise vorstellbar, was diese Frauen durchmachen mussten. Auch Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger hat eine Rede gehalten. Meiner Meinung nach war es aber zu viel und zu triggernd, da sie es für eine gute Idee hielt bildlich von vielen Fällen zu berichten, um das Grauen zu beschreiben. Es braucht bei dem Thema keinen Schock-Effekt. Ich bin froh, dort gewesen zu sein, um diesen starken Frauen zuzuhören. CDU-Kontext hin oder her.

 

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