Gedanken der Woche KW#24

Gedanken der Woche KW#24

Die erste komplette Woche in Berlin: Wenig Schlaf, viele Veranstaltungen – frei nach dem Motto: „Ich nehm alles mit, was geht.“ + die Aufzeichnung von „Panorama – die Show“, bei der ich in Hamburg dabei war.

Gedacht: Ich hab mir immer gesagt, dass ich in Leipzig bleiben kann, so lange ich das Gefühl habe, nicht schon alles zu kennen und immer noch Sachen entdecken kann. Jetzt bin ich in Berlin und weiß einiges von Besuchen, aber hab die Möglichkeit, die Stadt nochmal ganz anders kennenzulernen. Nach dem Abi bin ich sofort nach Leipzig, ich hab also in meinem Geburtstort und in Leipzig gewohnt. Gutes Wetter, zig Veranstaltungen und scheinbar unendliche viele Möglichkeiten, haben mich ziemlich euphorisch gemacht, während das Gefühl überfordert zu sein, eher im Hintergrund blieb. Vielleicht ist es aber auch die Sicherheit, die durch die Präsenz eines nahstehenden Menschen gegeben ist, die die Ankunft abgefedert hat.

Gedreht: Nach den ersten beiden Tagen in Berlin, ging es auch gleich wieder nach Hamburg, um bei meiner ersten richtigen Fernsehaufzeichnung dabei zu sein. Ich habe vorab schon für „Panorama – die Show“ mit Michel Abdollahi einen kurzen Clip gedreht. Die Show selbst wurde im Deutschen Schauspiel aufgezeichnet und ich habe über Frauenmagazine und Schönheitsideale gesprochen. Das Ganze ist dann am 1. September im NDR zu sehen. Ein Highlight für mich, war das Gespräch mit Anja Reschke, deren Arbeit bei Panorama, aber vor allem Zapp, ich sehr schätze. Ich sagte ihr, dass ich ein Fan sei und sie erwiderte, dass sie meine Arbeit auch gut fände. Ein wirklich guter Moment, danach sprachen wir noch über Umgang mit Hass im Netz und ich bin ziemlich bestärkt aus dieser Konversation gegangen.

Gearbeitet: Am nächsten Tag ging dann mein Praktikum los, der eigentliche Grund für meinen Umzug.

Gewesen: Alle reden immer davon, wie Unternehmen wie Google oder Amazon die krassesten Büros haben, um ihren Mitarbeiter*innen alles so angenehm wie möglich zu machen (und sie so lang wie möglich auf Arbeit zu halten). Umso gespannter war ich, als ich mit den Neuen Deutschen Medienmachern zu einem Google-Workshop eingeladen war. Das News Lab ist nochmal ein anderer Ort als die Büros selbst und befindet sich „unter den Linden“, einer Gegend, die ich in Berlin wirklich wahnsinnig schön finde. Im Workshop selbst gab es viel bekanntest zu hören, aber wenigstens einen Hack konnte ich für mich mitnehmen und vielleicht auch in ferner Zukunft anwenden.

Gesprochen I: So als würde die Woche unter dem Motto: Meet you favourite journalists stehen, habe ich mit Matthias Meißner das Buch „Unter Sachsen“ bei den Linken Buchtagen in Kreuzberg vorgestellt. Matthias Meißner schreibt u.a. über Rechtsextremismus für den Tagesspiegel, liefert auf Twitter immer die neusten Infos und ist Mitherausgeber des Buches. Wir haben viel über die Probleme in Sachsen geredet, aus dem Buch gelesen und jede*r der sich für die Problematik interessiert, sollte es sich kaufen. Umfangreiche Analysen finden dort ihren Platz und gehen weit in der Geschichte zurück, um Ursachen auf den Grund zu gehen. Es gab schon einige Kontroversen, da die CDU eine Buchvorstellung in Meißen beispielsweise verhindern wollte. Link zum Buch hier.

Gesprochen II: Zum Abschluss der Woche ging es für mich noch zum Verein „Mit Sicherheit verliebt“. Die Medizin-Studierenden leisten großartigen Aufklärungsunterricht in Schule und ich habe ihnen etwas zu sexueller Aufklärung im Netz erzählt. Nicht alle Schüler*innen haben nach der Grundschule nochmal die Möglichkeit, Aufklärungsunterricht von NGOs zu bekommen. Bei mir ist in der siebten Klasse beispielsweise nur die Lehrerin durch die paar Seiten im Bio-Buch gehuscht. MSV leistet wirklich tolle Arbeit und umso verärgerter werde ich, dass 1) das Aufklärungsangebot durch eine NGO optional ist und 2) die Mitglieder für ihre Arbeit nicht mal entlohnt werden. Es liegt immer noch an Lehrer*innen selbst wie sie das Thema handhaben und offensichtlich ist es für alle Beteiligten besser, wenn man alles von jüngeren Menschen erklärt bekommt, die nach dem Workshop wieder weg sind oder wer stellt gerne der Lehrerin oder dem Lehrer intime Fragen? Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr kann ich nur den Kopf schütteln, da ich mir wünschte, Schüler*innen würden umfangreich von Organisationen wie MSV aufgeklärt werden.

Geschrieben: Ich hab angefangen, Berlin-Tagebuch zu schreiben. Einerseits, um meine Eindrücke während der Zeit hier festzuhalten, andererseits, um auch regelmäßig zu schreiben, wenn für das Bloggen keine Zeit bleibt.

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