Gedanken der Woche KW#1

Gedanken der Woche KW#1

Wir starten deep. Zumindest ein bisschen.

Gedacht: Zuhause kann ein Ort sein, ein Mensch oder man selbst. Damit geht das Gefühl von Sicherheit einher. In einem Gespräch mit einer Person, die nie sehr lange an einem Ort bleibt und aus Neugierde getrieben wird, hab ich mich irgendwie genau im Gegensatz gesehen. Nicht, dass ich nicht neugierig sei, aber es ist eben auch beruhigend, sichere Faktoren zu haben, weil man sich dann um die Ausarbeitung anderer Dinge kümmern kann.

Geschrieben: Ich mache Poetry Slam seit ein paar Jahren und trete gerne auf. 2016 durch verschiedene Gründe weniger. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass ich nicht viele neue Slam-Texte geschrieben habe. Im letzten Jahr waren es drei. Ich schreibe viel. Lange ausführliche Artikel, die viel Vorarbeit benötigen und in denen eine Menge Links gesetzt werden für das Blog, noch längere und noch mehr Texte in mein „Schreibbuch“, etwa 100 Sachen kamen dabei raus. Die Ergebnisse, der intensiven Auseinandersetzung mit mir selbst. Geschriebenes, worüber ich den ganzen Tag über  nachgedacht habe, aber viel zu persönlich, um es je auf die Bühne zu bringen, weil ich es dann selber nochmal lesen müsste und dann auch noch vor Leuten. Für Slam Poetry bliebt da nicht viel übrig.
Persönliches ist zu persönlich, weltliches immer politisch und das kann ich nicht in sechs Minuten abhandeln, ohne dass es verkürzt wird. Meine selbstgeschriebene Prosa erscheint mir ehrlich zu stumpf, das überlasse ich lieber anderen, die darin wahrlich gut sind. Irgendwie bleibt für mich dann nicht mehr viel, was ich auf eine Slam-Bühne bringen kann und ich komme aus der Situation nicht raus. Ich hab von den persönlichen Texten schon einiges „eingepackt“, aber immer wenn ich mir vorstelle, es öffentlich zu machen, hab ich Angst vor einer unkontrollierten emotionalen Reaktion. Komischerweise kann ich es mir aber schon vorstellen, so einen Text mal auf dem Blog zu bringen, denn dann bin ich als Person ja nicht dabei.

Gewesen: Mittwochs ist Museum-Tag und so waren wir in der MDBK. Die Etage mit den flämischen Meistern mag ich am liebsten, auch wenn ich beim durchlaufen und anschauen das Gefühl nicht loswerde, dass das alles etwas lieblos zusammengestellt ist. Liegt es an den Räumen, der Wandfarbe oder daran, dass zwischendrin Sachen stehen oder hängen, die nichts mit den Gemälden zu tun haben?

Geschaut: Für „Théo & Hugo“ ging es das erste Mal in die Kinobar Prager Frühling. Wurde aber auch langsam mal Zeit. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller ist wirklich fantastisch. Ich hab mich zwischendrin gefragt, ob sie wirklich ein Paar sind. „Auf die Probe gestellt“ haben mich die langen Einstellungen, in denen verhältnismäßig wenig passiert. Es gibt einige Szenen wie diese
(ab 2.14)
aus meinem Lieblingsfilm „Chihiros Reise ins Zauberland“, in denen auch keine Handlung vorangetrieben wird. Ich kenne sie gut und mag sie, aber Miyazaki meinte, dass sie wirklich einzigartig sind, da wir es von den meisten Filmen gewöhnt sich, dass sich etwas entwickelt und Zuschauer*innen den Stillstand eher schlecht aushalten können. Dass das auf mich zutrifft, habe ich nun bei diesem Film gemerkt, der im Rahmen der queeren Filmtage gezeigt wurde.

Geschaut II: Nachdem ich aus vielen Ecken gehört habe, dass Korra aber besser werde (ihr erinnert euch an den Rant aus letzter Woche), gab ich dem ganzen eine weitere Chance. In der zweiten Staffel habe ich viel geskippt und bin mit Begeisterung dann in die dritte eingestiegen. Endlich wieder Avatar-Vibes.

Gehört: Sia – The Greatest.

Gestöbert: Warum sind in der Leipziger Ritterstraße eigentlich gleich drei (oder gar vier) Antiquariate nebeneinander? Sei’s drum. In einem davon stöberte ich so lange, dass es schon weit über Ladenschluss war. Das tat mir dann sehr leid, da die Besitzer länger im Laden bleiben mussten. Weggeschickt haben sie mich logischerweise nicht, aber vielleicht war ich nicht die erste Person, der das passiert ist.

 

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