Gedanken der Woche KW#45

Gedanken der Woche KW#45

Diese Woche war eher so mittel, wenn überhaupt.

Gedacht: Election Night. Relativ gut gelaunt stand ich auf der Wahlparty rum und war wohl ein bisschen zu sicher, um 4 Uhr ins Bett gehen zu können – mit Hillarys Sieg eben. Gegen 1.30 Uhr sind wir nach Hause, waren bis 5.30 Uhr wach. Swing State für Swing State wurde es enger und ich fassungslos – Hillary gewinnt nicht mehr. Schockstarre haben alle die Situation genannt und ich kann sagen, dass ich den ganzen Tag immer wieder wütend wurde. Nicht unbedingt weil Trump gewonnen hat, also klar auch, aber wer nicht gerade ignorant ist oder unter einem Stein lebt, weiß, wie empfänglich Menschen für vor allem Rechtspopulismus sind. Ich dachte nach Trumps Sieg zuallererst an alle marginalisierten Gruppen in den USA und deren Angst, bin wütend geworden, weil sich rassistische Trump-Supporter nun bestätigt fühlen und keinen Grund mehr sehen, ihren Hass zurückzuhalten. Und nein, nicht alle 50 Millionen Wähler*innen, werden sich „Ich bin Rassist und Sexist“ auf die Fahne schreiben. Ich hab aber auch keine Lust auf „So schlimm wird es nicht“ oder „Wart erstmal ab“, wenn in den ersten 48 Stunden nach der Wahl, sich bspw. 8 Trans-Teenager umbringen oder überall im Land Minoritäten angegriffen werden.
Außerdem ist es nicht so,dass ich nicht wüsste, wie weit Sexismus gesellschaftlich verankert ist, aber die ganze Doppelmoral im Wahlkampf hat es gezeigt und natürlich spielen eine Menge Faktoren mit, aber die Tatsache, dass eine qualifizierte Frau mit einer Menge politischer Erfahrung gegen einen unerfahrenen Typen, der offen rassistisch, sexististisch, islamophob und allgemein diskriminierend ist, sagt einfach auch viel über die Wähler*innenschaft aus. Und verschont mich bitte mit eurem „Linke“ oder Filterblasen sind Schuld. Lest lieber diesen Text.

Geslammt:
Schon bei meinen vorherigen Aufenthalten in Heidelberg und Mannheim ist mir aufgefallen, dass die Leute mega nett und hilfsbereit sind. Ich hatte eine sehr schöne Tour mit lieben Leuten und die Bühne genutzt, um ein bisschen Wut rauszulassen. Wahrscheinlich waren das ziemlich energische Auftritte, doch als in Heidelberg eine Mädchengruppe auf mich zukam, die schon vorher durch ihren Support auffiel und sagte, dass sie mein Fantrupp waren, ging mir das Herz auf. Manchmal hilft es eben auch, wenn Fremde auf dich zu kommen und sagen, dass sie deinen Schmerz verstehen und teilen.

Gefühlt: Diese Heuchelei kann halt auch weg.

Gegessen: Wie immer, wenn ich in Süddeutschland bin, gab es für mich cigköftem. In Heidelberg habe ich das Franchise kennengelernt und dem Besitzer gleich erzählt, wie schade es ist, dass man in Ostdeutschland keinen Laden findet. „Ja, Ostdeutschland ist so eine Sache“ sagte er mir dann – verstehe! Außerdem gab es eine gute Portion Selfcare-Food: Seitanbraten mit Rotkraut und Kartoffeln. Hausmannskost for the win!

Geplant: Mehr lesen, wie immer halt.

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