Gedanken der Woche KW#37

Gedanken der Woche KW#37

Mein erstes Mal als Referentin, ein und ein halbes Fotoshooting, Frust.


Gedacht: Ich weiß schon gar nicht mehr, was man zu der Pogrom-ähnlichen Stimmung in Bautzen sagen soll. Ich kann keine Grundaussagen über andere Bundesländer treffen, nur eben über Sachsen und die hiesigen Strukturen. Nicht vergessen werden darf aber, dass Sachsen in Deutschland ist und es bringt rein gar nichts so zu tun, als würde sich all die rechte Gewalt hier konzentrieren, während andere Bundesländer kein Nazi-Problem hätten. Je länger man sich mit derartigen Themen auseinandersetzt, umso mehr greift eine taube Hilflosigkeit. Es macht mich wütend zu sehen, wenn dann wieder antifaschistische Arbeit kriminalisiert, Schuld umgedreht und Probleme ignoriert werden. Zu dem Thema gibt es auch diese sehr lesenswerte Tweetkette. Nur die wenigsten können sich mit diesen Zuständen die ganze Zeit konfrontieren, ich hab Verständnis dafür, wenn man vor Verzweiflung auf irgendeine Art abstumpft. Dann empfinde ich die Möglichkeit des Ruckzugs als Luxus, denn Menschen, die tagtäglich rechter Gewalt ausgesetzt sind, bleibt diese Option verwehrt.

Geshootet: Dringend musste neue Pressefotos her und aus dem Grund habe ich Tom an einem meiner Lieblingsorte getroffen. Toms Stil passt perfekt mit meinen Vorstellungen zusammen und so ist auch das Arbeiten immer sehr entspannt. Samstag bin ich dann vorm Zugfahren nochmal schnell vor Toms Kamera gehüpft, da er einer Praktikantin den Shooting-Ablauf zeigen wollte.

Gewesen: Samstag stand mein erster „richtiger“ Vortrag an. Reden, Slam-Texte, das hab ich alles schon mal gemacht, aber als Referentin im klassischen Sinne war ich noch nicht unterwegs, weshalb ich mich besonders gefreut habe, als die Grüne Jugend mich angefragt hat. Speakerin sein ist etwas, das ich gerne öfters machen würde und die GJ fragte direkt nach Netzfeminismus unter einem intersektionalen Blickwinkel. Perfektes Thema, denn bei der Erstellung konnte ich eine Menge aus dem Studium einbringen und ich sag euch: Es fühlt sich gut an, zu merken, dass du den ganzen gelernten Uni-Kram auch passend weitergeben kannst. Okay, ich fang jetzt gar nicht davon an, wie toll es wäre zu forschen und dann Vorträge darüber zu halten – aaach ja. Jedenfalls war es ein sehr schöner Nachmittag mit einer langen nd interessanten Diskussion.

Gefahren: Ich mag die alten ICs nicht so gerne. Die „neuen“ ICs, die aussehen wie ICEs sind toll. Am Wochenende bin ich zum ersten Mal mit einem Doppelstock-IC gefahren und fand es eher nicht so schön. Wenn jemand aber sein Eier-Brot mit Knackwurst auspackt, dann ist es völlig egal wie schön der Zug ist.

Geträumt: Ich hab immer mal mit dem Gedanken gespielt, ein Traumtagebuch anzufangen, aber da wäre so viel zu schreiben. Ich träume immer eine Menge Unfug zusammen und noch dazu kann ich mich immer an alles erinnern. Im Prinzip ist da kein Tagebuch nötig, schließlich könnte ich auch jetzt noch von prägenden Träumen aus dem letzten Jahr oder sogar der Kindheit erzählen. Jedenfalls hatte ich Anfang der Woche geträumt, dass ich aufgestanden sei und alles erledigt hatte. Da ich super realistisch träume, war das natürlich mega verwirrend beim Aufwachen, da ich eigentlich gar nichts gemacht hatte. Mega nervig, wenn man dann alles „nochmal“ erledigen muss.

Geschaut: Filme (und so viel anderes) kommen in letzter Zeit einfach viel zu kurz. Der Film ist für mich ja eines der besten Medien überhaupt, doch viele sagen, dass Serien diese mittlerweile ablösen. Das versteh ich schon, denn schließlich gibt es beispielsweise viel mehr Entwicklungsraum und auch cineastisch können Serienproduktionen mit Filmen mithalten. Um zum Schlagwort zurückzukommen:
Es wurde zwar kein Film geschaut, dafür aber eine Menge Key and Peele, weil das auch mal zwischendurch geht. Einige werden Key als Obamas Anger Translator kennen und auch die Sketche sind mega sehenswert, auch wenn einiges aus der deutsch sozialisierten Sicht gar keinen Sinn ergibt. „Ich verstehe das mit these nuts irgendwie nicht so ganz.“

Geschafft: Auch die andere Hausarbeit ist beendet und jetzt kann ich mich voll und ganz auf die Bachelorarbeit konzentrieren. Es sind noch 7 Woche bis zur Abgabe, mit dem Exposé habe ich den Grundstein gelegt und muss mich nur noch ranmachen. Durch das Kranksein hätte ich eigentlich Anspruch auf eine Menge Verlängerung, aber ich will die BA nicht ewig mit mir rumschleppen.

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