Gedanken der Woche KW#22

Gedanken der Woche KW#22

Eine großartige Anti-Ra Veranstaltung im UT Connewitz hat mich positiv mitgenommen und mich sehr zum Nachdenken gebracht und ansonsten gab es mal wieder ein paar gedanklich-emotionale Auf und Abs.

Gedacht: Passend zur Veranstaltung Reimagine Belonging (mehr dazu unten), ging es mir gedanklich viel um Identität, Zugehörigkeit und Familie. Eine Freundin hat festgestellt, dass Familie für viele Menschen in Deutschland anscheinend immer etwas „Belastendes“ ist. Auf Familienfeiern will man so schnell wie möglich wieder heim, man ist froh, keinen großen Aufwand betreiben zu müssen. Sie hingegen kennt einen unglaublich starken Zusammenhalt, Bindung, selbst wenn man sich jahrelang nicht gesehen hat. Solche Überlegungen sind für mich eine lange Zeit unwichtig gewesen. Meine Situation war eben meine Situation. Mittlerweile denke ich doch öfters über Verortung und Bindung, aber auch über Zuhause nach und was heimkommen bedeutet.

Gefrustet: Der Fall um die Vergewaltigung von Gina Lisa Lohfink zeigt mal wieder die ekelhaftesten und menschenfeindlichsten Züge. Allein die Tatsache, dass ihre Vergewaltigung durch Videomaterial belegt ist,
sollte zu einer Verurteilung der Täter führen. Dass dies nicht eintritt, ist frustrierend genug. Oben drauf kommt aber die abscheuliche Berichterstattung über sie (extremes Slut Shamen und Victim Blaming) und die Frage wie viel ein nein eigentlich Wert ist. Lest darüber etwas auf Shehadistan.

Geslammt: Letzte Woche standen zwei verschiedene Auftritte für mich an. Die Initiative With wings and roots hat den „Reimagine Beloging“ Abend veranstaltet und ich habe zwei Texte gemacht. Es war eine ziemliche Besonderheit, da ich mit Vincents Band „O – The Banzoi Syndicate“ den Text „Angst“ gemacht habe und somit zum ersten Mal in Begleitung geslammt habe. Generell war ich ziemlich bewegt von dem Film, der gezeigt wurde und hoffe, dass er auch in Kinos zu sehen sein wird. Ich hab gemerkt, dass ich mich sehr wohlfühle, auf Anti-Ra Veranstaltungen empowern zu können, mit meinen Texten Menschen (mit gleichen Rassismus-Erfahrungen) zu erreichen und das Feedback unmittelbar zu bekommen. Ich danke vor allem Manjiri von WWAR und dem adb für die Einladung und Bereicherung!
Dann stand noch die Leipziger Stadtmeisterschaft an. Vielleicht kann ich mittlerweile sagen, dass die Tille und ich nicht mehr wirklich warm werden (wobei es in der Tille immer übermäßig warm ist – sorry für die Anmerkung). Ich freue mich sehr, dass Louise die neue Stadtmeisterin ist und lege euch hier ihr Blog ans Herz.

Gezweifelt: Die Bearbeitungszeit für meine BA hat nun offiziell begonnen und wenn ich mir mit nichts sicher war, so stand doch wenigstens die Methode fest. An der wurde jetzt gerüttelt und ich fühle mich in dem Modus wenig wissenschaftlich, obwohl das doch nicht nur der universitäre Anspruch, sondern auch mein eigener ist.

Geshootet: Für Chelleri habe ich eine ganze Schmuck-Kollektion geshootet und hab eine gute Zeit im Botanischen Garten verbracht. Angesichts der ganzen Make-Up und Outfit-Wechsel bin ich sehr gespannt auf die diversen Ergebnisse und freu mich vor allem, dass zwei WoC die Gesichter der Kollektion sein werden. Das Shooting hat mir aber auch gezeigt, wie ich künftig lange Shootings angehen will.

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