Gedanken der Woche KW#30

Gedanken der Woche KW#30

AHHHH! Erst der Exposé-Stress und dann die Belohnung mit Queen B.

Gedacht: Endlich fertig! Der Gedanken mit dem Exposé im Nacken auf das Konzert zu gehen, gefiel mir wenig und mit etwas Antrieb und Zeitdruck (warum muss es immer erst soweit kommen?) hab ich den Grundstein für die BA gelegt.

Gewesen: Das oben erwähnte Konzert war kein geringeres als das von Queen Beyoncé! Ich bin seit Jahren Fan und es war etwas ganz Besonderes sie zu live zu erleben. Mit meinem Kumpel Konsi, der mehr Konzerterfahrung als irgendwer hat, machte ich mich nach Frankfurt am Main. Selten war ich dermaßen aufgeregt, einerseits weil Bey eben meine Lieblingskünstlerin ist und andererseits, weil das Konzert in der Commerzbankarena stattfand und ich noch nie bewusst in einem Stadium war. Die Golden Circle Tickets sollten gute Plätze garantieren und mit einer Menge Freund*innen, die Plätze direkt am Tor freihielten, konnte nichts mehr schiefgehen. An der Wasserbühne angekommen, standen wir also in der ersten Reihe, hatten beim Umdrehen aber auch super die Hauptbühne im Blick. Natürlich war es genau so unglaublich gut, wie erwartet. Ich hab nur wenige Bilder gemacht (die echt ziemlich gut wurden) und den Rest über einfach genossen und getanzt. Jedes Mal, wenn Bey direkt vor meiner Nase war, hab ich wie verrückt gewunken – ich bin so ein Fangirl, aber das merkt ihr ja selbst.

Gefeiert: Die vorgelegte Schuleinführung meines Bruders.

Geärgert: CN: Triggernde Zitate. Ich war nicht nur verärgert, sondern stinksauer und frustriert. Grund dafür war ein Ausflug auf den Spielplatz mit meinem Bruder. Es ist ja normal, dass Kinder sich ärgern, aber als ich ihn „Was hab ich dir denn getan?“ rufen gehört habe, bin ich aufmerksam geworden. Ich will ehrlich nicht die Schwester sein, die sich in alles reinhängt, aber er wurde zuerst von einem gleichaltrigen Jungen als „hässlich“ bezeichnet, es fiel auch ein „Du kannst nicht richtig sprechen“. Dadurch dass ich ziemlich viele Rassismus-Erfahrungen gemacht habe, werde ich bei allem möglichen (fast immer begründet) schnell misstrauisch. Irgendwann kam der Junge zurück und bezeichnete meinen Bruder als „hässlich braun“ und „Fidschi“. Das hab ich echt seit Ewigkeiten nicht mehr gehört und vor allem in Ostdeutschland ist das eine ganz schlimme Beleidigung für asiatische Menschen. Ich hab den Jungen zusammengestaucht, aber mir ist auch klar, dass er nicht von selbst auf diese Gedanken gekommen sein wird. Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie ich es meinem Bruder am besten beibringe, sich zu verteidigen, weil er sich das wirklich nicht gefallen lassen muss. Erklär einem Kind mal, was Rassismus ist.

Bild links: sarahuniicorn

You May Also Like

4 Comments

  • Antira 3. August 2016 23:24

    Oh je, das tut mir echt Leid für deinen Bruder, dass er in diese unschöne Situation geraten ist. :/ Ich find’s im Allgemeinen nicht ok, dass Kinder sich ärgern – nicht zu verwechseln mit „jemanden aufziehen, so wie es unter Freunden oder Geschwistern normal ist, ohne jemanden ernsthaft auf den Schlips treten zu wollen“. Man ärgert jemanden nie ohne Grund. Diese Handlungsweise ist nichts anderes als das nach unten Treten und zeugt von Machtausübung. Gleichzeitig soll das Opfer psychisch oder/und physisch verletzt bzw. erniedrigt werden. Man sollte am besten stets wachsam sein, wenn das eigene Geschwisterchen oder Kind geärgert wird.

    • Antira 3. August 2016 23:25

      Rassismus ist eigentlich nicht schwer zu verstehen, auch für Kinder bestimmt nicht. Wie man einem Kind Rassismus erklärt? Ich würde folgendermaßen vorgehen: Man sieht, dass bestimmte Menschen sich stärker ähneln als andere, z. B. durch körperliche Merkmale. Obwohl es keine Menschenrassen gibt (oder obwohl alle Menschen unter der Haut gleich sind), existiert in den Köpfen vieler Menschen noch weiterhin ein Schubladendenken, d. h. Menschen, die sich beispielsweise vom Aussehen her stärker ähneln, werden in einen Topf geworfen –> Ethnien, u. a. Schwarze, Asiaten, Weiße etc. werden konstruiert, um sie voneinander abzugrenzen. Dann gibt es eben solche Menschen, die alle Menschen ablehnen, die eine andere Hautfarbe + andere Körpermerkmale (Augenform, Nasenform, Haarstruktur usw.) aufweisen als sie selbst. Dies ist nur eine Form von Rassismus.

      • Nhi Le 4. August 2016 1:09

        Hey!

        Danke für deine zwei Kommentare. Ich denke auch, dass es einen Unterschied zwischen sich necken (so ein blödes Wort) und beleidigen gibt. Da werde ich mehr drauf achten.

        Ich denke auch, dass es unvermeidlich ist, ihm zu erklären was Rassismus ist, auch wenn es sicher wehtut, zu realisieren, dass es das gibt. Nur so kann er sich aber auch effektiv wehren und das ist ja mein Ziel.

        Liebe Grüße!

        • Antira 4. August 2016 22:14

          Bitte! Gut, dass du es auch so siehst. 🙂
          Genau, so ist es. Mach ihm gleichzeitig klar, dass mit seinem Aussehen alles in Ordnung ist und dass er sich deswegen nicht dafür schämen muss, vietnamesisch/asiatisch auszusehen. Die Idioten sind das Problem.

Leave a Reply

*