Feminismus Shortcuts #8

Feminismus Shortcuts #8
Was war in den letzten Tagen in Sachen Feminismus und Popkultur los? Eine Übersicht gibt es nach dem Sprung.

1. Barbies neue Körperformen, Hautfarben und Haarstrukturen
Mit einer großen Kampagne hat Mattel seine neusten Änderungen für die wohl bekannteste Puppe der Welt verkündet: Barbie gibt es nun in verschiedenen Körperformen.
Neben der Barbie, die wir ja alle kennen, gibt es nun zusätzlich die Formen Petite, Tall und Curvy. Darüber hinaus wurde an verschiedenen Hautfarben (es gibt acht neue Hauttöne) und Haarstrukturen gearbeitet. Es wird Zeit, dass Mattel diesen Schritt geht. Viele kritisieren, dass die Diversität hier dennoch auf der Strecke bleibt, gibt es z.B. keine Puppe mit Behinderung. Das ist definitiv ein richtiger Punkt, doch muss man hier auch Mattel eingestehen, dass immer noch Platz für Entwicklung ist und die Repräsentation für so viele Menschen um einiges gestiegen ist (für mich zum Beispiel).

Wenn man Barbie mit anderen Spielzeugen vergleicht, die derzeit für Mädchen™ produziert werden, dann finde ich, dass Barbie schon immer eine empowernde Figur war. 1965 war sie Astronautin, 1973 Chirurgin, 1992, 2004, 2009 und 2012 kandidierte sie für das Präsidenten-Amt und vieles mehr. Schaut euch das alles hier an. Mit 10 bekam ich eine Barbie-Chronik geschenkt (meine Schwester hat sie dann wieder mitgenommen, als sie bei mir im Chaos unterging) und schon damals sah ich all diese Abbildungen der Berufe, die eben genannt wurden.

So etwas kann inspirieren und zu neuen Berufswünschen animieren, wie man in diesem Clip sehen kann. Vielleicht lässt sich Mattel ähnlich wie Lego von der Kampagne „Toy Like Me“ inspirieren und bringt auch bald eine Puppe mit Behinderung raus. Bis dahin finde ich den neuen Weg großartig und lasse mich nicht auf „normale Körper“-Diskussionen ein.

2.Schneewittchen und co sind in einem Punkt doch progressiver als die heutigen Prinzessinen
Als großer Disney-Fan verfolge ich gerne jegliche Entwicklungen, vor allem wenn es um die Prinzessinen (Disneys größtes Franchise) geht. Erst kürzlich habe ich einen Vortrag über die Entwicklung des Frauenbildes der Prinzessinen besucht und bin natürlich der Meinung, dass die Prinzessinen progressiver werden. Interessanterweise kommen Frauen wie Elsa, Anna und Rapunzel in den aktuellen Filmen aber im Gegensatz zu Männern, viel weniger zu Wort als damals Schneewittchen, Cinderella und co. Schaut euch die ganze Studie von Carmen Fought und Karen Eisenhauer hier an.
An der Uni Leipzig gibt es derzeit eine Umfrage zum Thema Diskriminierung an der Hochschule. Wer an der UL studiert, sollte in das eigene Postfach schauen und mitmachen, selbst wenn man meint, noch keiner Diskriminierung persönlich ausgesetzt gewesen zu sein.
4. Beyoncé, Coldplay und die cultural appropriation
Coldplay haben mit Beyoncé einen Song aufgenommen. So weit so uninteressant, denn auch wenn ich Queen Bey feiere, mag ich Coldplay eher nicht. Vor ein paar Tagen wurde dann das Musikvideo veröffentlicht und leider ist es Clip voller kultureller Aneignung. Während die Coldplay-Dudes ein Bild von Indien zeigen. das scheinbar nur aus Slumdog Millionair und Holi besteht (oh what Klischees?), ist Beyoncé als indische Schauspielerin (?) verkleidet. In einigen Foren, will man es nicht so eng sehen, da Beyoncé Beyoncé ist, aber eigentlich hat sie keinen Freifahrtschein. Eine andere Kultur wird als Deko und Schmuck benutzt und ja – auch nicht-weiße Menschen können sich andere Kulturen aneignen. Spätestens dann, wenn Desi People das Video als beleidigend sehen, muss man nicht mehr diskutieren.
Bilder: toyland, Washington Post, stura UL, youtube

 

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