Über Exotisierung für Amnesty International

Über Exotisierung für Amnesty International

Amnesty International protokolliert Alltagsrassismus. Für die Kampagne habe ich über Exotisierung und Yellow Fever gesprochen.

Amnesty International hat die Kampagne „Nimm Rassismus persönlich“ gestartet und protokolliert hierfür Alltagsrassismus. Es gab bereits zwei Videos, eines von Tupoka Ogette, die als Anti-Diskriminierungsexpertin arbeitet und eines vom Cem Efe, Trainier bei Babelsberg. Ich bin als dritte in der Videoreihe dran und habe über Exotisierung und Yellow Fever gesprochen.

ausländisch, fremd, exotisch

Als Exotin bezeichnet zu werden, passiert mir immer wieder. Es ist nur eine Ausprägung, die signalisiert, dass man „anders“ ist bzw. anders gemacht wird. Geht es um Exotisierung spielt als asiatisch-stämmige Frau allerdings auch immer wieder Sexualisierung mit rein. Ein leidiges Thema, aber dazu unten mehr.
Eine Diskussion ist mir zum Thema besonders hängenblieben. Jemand schlug vor nicht-weiße Deutsche nicht als „Ausländer“, sondern als „Exoten“ zu bezeichnen. Nach einer langen Erklärung antwortete man mir nur mit „Ich bin okay damit“ und sah trotz Darstellung nicht das Problem. Dass hier auf beste Art und Weise othering betrieben wurde, hatte man natürlich auch nicht zugegeben. Stattdessen sei man im Urlaub ja auch anders. Danke, ich bin in Deutschland nicht im Urlaub, aber okay. Dass es immer wieder zu solchen Gesprächen kommt, liegt daran, dass das Wort „Exot“ vermeintlich positiv konnotiert ist. „Ist doch toll, was die anderen da so machen mit ihrer Kultur! Ich mag das doch, ich find das doch gut.“ Hier zeigt sich nur einmal mehr, dass Rassismus verschiedene Ausprägungen hat und selbst mit einem „Ich meine das doch nur gut“ immer noch rassistisch bleibt.

und immer dieser asia-fetisch

Da die Protokolle für Amnesty immer andere Arten von Alltagsrassismus behandeln sollen, haben wir uns auf „Asia-Fetische“ spezialisiert, da sich hier Rassismus und Sexismus kreuzen. Insgesamt haben wir mehr als zwei Stunden gesprochen, da ich es mir auch immer wichtig ist strukturellen Rassismus anzusprechen. Das Video betont allerdings meine persönlichen Erfahrungen mit Yellow Fever, also der Obsession mit südostasiatischen Frauen, welche auf Stereotypen aufbaut. Ich denke, dass ich dazu nochmal einen gesonderten Beitrag schreiben werde. Für einen weiterführenden Text zum Thema könnt ihr hier einen Artikel auf bento lesen, in dem ich ein kleines Interview zu meinen Dating-Erfahrungen und Yellow Fever gegeben habe. Der Text stammt von dangerbananas.

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2 Comments

  • Trackback: Gedanken der Woche KW#10 – Nhi Le
  • Charlotte 3. Mai 2017 13:46

    Ich habe deinen Text bzw. den Text über dich im Amnesty Magazin gelesen und bin darüber auf deine Seite gekommen. Obwohl ich mich jetzt schon länger mit Rassismus beschäftige, war mir diese Form von Rassismus gegen südostasiatische Menschen wirklich überhaupt nicht bewusst. Es ist sicher nicht immer leicht, dagegen zu kämpfen oder so offen von persönlich verletzenden Erfahrungen zu berichten. Aber es ist sehr wertvoll und bereichernd, damit solche Formen von Rassismus bekannter werden. Mir hast du jedenfalls die Augen geöffnet! Danke für deine Arbeit, und für deine Offenheit.

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