Dünn sein.

Hallo ihr Lieben,

heute wird es kritisch, denn endlich kann ich einen Blogartikel veröffentlichen, der mir inhaltlich sehr am Herzen liegt. Es geht um das Thema dünn sein und gesellschaftliche Idealbilder.

Doch erst einmal von vorne.

Die Idee zu diesem Artikel hatte ich schon eine Weile, denn das Idealbild eines dünnes Mädchens gibt es ja nicht erst seit gestern. Schlagartig getroffen hatte es mich aber erst als ich folgendes Bild für eine Passionata Werbung sah:

Ich habe die Unterwäsche von Passionata wirklich gern und nebenbei sei das Hausfrauenmotiv dieser Werbung mal hinten angestellt, doch was mich daran aufgeregt hat, ist das Model, das da so ästhetisch die Beere in den Mund steckt. Hier liegt mein Kritikpunkt : Jungen Mädchen oder generell Mädchen wird suggeriert, dass all diese schönen Frauen essen können, was sie möchten, ohne darunter zu leiden. Nun ist die Werbekampagne auch nur eine symbolische Stellvertretung für all die Models und Vorbilder, die angeben, essen zu können, ohne dabei dick zu werden oder sich enorm für die Erhaltung einer solchen Figur anstrengen zu müssen. Wie oft liest mensch, dass irgendeine prominente Frau sagt, sie sei ja so voll von ihrem krassen Buffet, danach aber wieder gertenschlank aussieht? Auch in der NEON wurde dieses Prahlen schon kommentiert. So viele junge Menschen rackern sich ab, um ein paar Pfunde zu verlieren, obwohl sie das nicht mal müssen. Werbung, TV und Internet erzählen aber ständig davon.

Ein weiteres Beispiel für die Suggestion von „Ich bin dünn, aber ich esse trotzdem viel und bleibe einfach dünn.“ ist eine Werbung für McDonalds und Germany’s Next Top Model. Natürlich ist klar, dass GNTM sowieso nicht besonders selbstbewusstfördernd für viele Jugendliche ist, doch muss zugegeben werden, dass der Einflussbereich dieser Show enorm hoch ist. Im besagten Spot haut sich Heidi Klum samt Modelnachwuchs Fast Food vom feinsten rein. Das ist doch ein Widerspruch. Müssen Models nicht immer dünn sein und sollten sie sich nicht schlecht fühlen, wenn sie nur einen Blick Richtung Pommes werfen? Ja doch schon, denn als ich einmal GNTM schaute, wurde eine Kandidatin als dick bewertet, da sie die eben genannten Kartoffelstäbchen futterte. Während sie auf einem Surfbrett stand wurde ihr gesagt, dass sie ihren Bauch einzuziehen habe, obwohl ich sie gar nicht als dick empfand. Diese Meinung teilten viele mit mir. Zum Thema GNTM gibt es hier einen hervorragenden Artikel.

 
Wer jetzt glaubt, dass sich diese Erwartungshaltungen nur auf Models beziehen, dem oder der möchte ich nun sagen, dass es weitaus mehr Vorbilder gibt, die zum Thema Masze und Aussehen Einfluss auf die Jugend haben. Meine Lieblingsbloggerin ist beispielsweise die wunderbare Masha Sedgwick. Tausende verfolgen ihre Tätigkeiten als Fashionikone und Weltenbummlerin, natürlich ist sie ein Vorbild. Mit ihrem auffalenden Stil und ihren lesernahen Blogposts, stärkt sie meiner Meinung nach das Ego ihrer LeserInnen. Oft erzählt sie von Situationen, die wir vielleicht schon selbst erlebt haben, seien es Auszenseitergeschichten oder Herzschmerzmomente. Solche Menschen werden in der Fashionbranche gebraucht. Personen, die weitergeben, dass es noch etwas anderes gibt – jenseits dem Mainstream und den Konventionen, egal ob es nun das Leben, die Mode oder die Liebe betrifft. Masha ist eine schöne Frau mit einer tollen Figur und dennoch gibt es immer wieder Menschen, die meinen, dass ihre „Oberschenkel (…) zu fett, der Bauch auch zu schwabbelig“ etc. seien und sei. Ja das sind Hater und Neider, aber abseits davon, fragt mensch sich doch, was für Idealbilder diese Leute im Kopf haben. Mensch stelle sich vor, dass eine recht beeinflussbare Person solche Kommentare unter Bildern von Masha oder anderen Bloggerinen liest und sich diese „kritische“ Meinung dann annimmt. Was erwarten Personen, die solche bösen Kommentare äuszern? Sind sie mit sich selbst nicht zufrieden und projezieren ihren Hass auf andere oder glauben sie mittlerweile so sehr an die normativen Schönheitsbilder? Fakt ist, dass dieses Ideal vom dünn und schön sein an jeder Ecke gepriesen wird. Um so auszusehen muss der „normale Mensch“ etwas dafür tun, auf die Ernährung achten oder Sport treiben und dann kommt ein Model um die Ecke, schiebt sich einen Döner rein und wirbt nebenbei für ihre Hautcreme.

Es gibt immer wieder Leute, die es absurd finden, dass ich mich mit diesem Thema beschäftige, da ich selber dünn bin und nicht klagen sollte. Meine Figur ist ein Resultat aus einem guten Stoffwechsel und einer veganen Lebensweise. Nicht zuletzt tangiert mich die Thematik ja trotzdem, denn Rollen und Konventionen werden immer früher und immer häufiger präsent im Leben eines jungen Menschen. Mir ist bewusst, dass dieser Artikel Grundsatzdiskussionen streift und dass mensch die gesellschaftlich transportierten Werte im Ganzen kritisieren muss. Dennoch wissen das nicht alle und ich möchte mich mit diesem Artikel eben besonders an junge Mädels richten. Schlieszlich muss bedacht werden, dass mensch nicht immer schnell und von alleine auf solche Zusammenhänge kommen kann.

Ich mag die Passionata-Werbung rein aus ästhetischer Sich gerne, für das Selbstbewusstsein und die eigene Wahrnehmung, ist dieses Foto trotzdem leider nicht förderlich.


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1 Comment

  • Ninjutsus Ninjaaaa!-Blog 7. Juni 2013 6:54

    Ein toller Artikel von dir. 🙂 Ich hab auch das Glück einen guten Stoffwechsel zu haben und deswegen nicht so sehr aufs Essen achten zu müssen.
    In meinem Bekanntenkreis habe ich gemerkt, dass Essen und Gewicht bei ihnen eine große Rolle spielt. Sogar eine sehr große Rolle.
    Ich glaube das ist der falsche Weg, wenn man nur noch übers Essen nachdenkt. Wo bleibt da der Platz für die anderen schönen Dinge im Leben?
    Ich finde, dass das Gewicht nicht das entscheidende ist, sondern ob man sich in seiner Haut wohlfühlt und sich so akzeptiert wie man ist. Ich glaube das ist die Hauptsache, daran zu arbeiten das man sich in der eigenen Haut wohlfühlt und nicht zwanghaft abzunehmen.

    Liebste Grüße,
    Nina

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