DO Recap – Messetrubel und Nachhaltigkeit

DO Recap – Messetrubel und Nachhaltigkeit

Ich hab die Designers‘ Open besucht, viel gesehen, viele getroffen und alles auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Hier mein Messe-Tagebuch (mit langen Einträgen).

Tag 1

Ich steige ins Taxi und begrüße Veronique, meine Tandempartnerin. Der gesprächige Fahrer setzt uns vor der Kongresshalle ab und irgendwie bin ich froh, dass die Designers‘ Open fast in der Innenstadt stattfindet, statt wie in den Vorjahren auf dem Messegelände. Wir bahnen uns durch Security, Garderobe und steuern in der Expo-Ebene auf die Blogger Lounge. Dort warten alle Teilnehmenden: Madlen Boheme, LeipGlo, Leipzig Leben, bare minds, schönes + leben und viel mehr.

Messeuntypisch ist es relativ leer und das bedeutet, dass niemand rumdrängelt oder mich durch die Gänge schiebt. Die beschauliche Anzahl an Gästen kann mit der Öffnungszeit auf Einladung begründet werde, umso besser. Wir machen uns auf zur Fashionshow in der ersten Etage, es ist voll und alle wollen natürlich möglichst viel vom Geschehen auf dem Laufsteg mitbekommen. Also doch Gedrängel. Von hinten seh ich kaum etwas, aber wenigstens Musik und Visuals sind gut. Da muss ich wohl später Konzepte lesen. Zurück in der Blogger Lounge wird es auch hier immer voller, gespannt auf alle Stände soll es durch die erste Ebene gehen, doch bei Vollverpflegung durch den Messe-Service kommen wir doch eher schleichend voran. „Nur noch einen Salat“ und dann geht es wirklich ans Erkunden. Neben Aussteller*innen treffe ich vor allem bekannte Gesichter wieder, es wird gequatscht und wieder hänge ich irgendwo fest, aber das ist okay so.

Ich gehe ziemlich gern auf Messen, doch ein Nachteil ist eben, dass man an jeder Ecke irgendein Werbeprospekt oder Promogeschenk in die Hand gedrückt bekommt. Am Ende geht man dann mit ziemlich viel Müll nach Hause und genau das will ich ja eigentlich vermeiden. Für mich überraschend ist Nachhaltigkeit ein ziemlich großes Thema auf der DO. Sei es der Green Product Award, bei dem nachhaltige Design-Konzepte ausgezeichnet werden, die nachhaltige Mode der Design-Schulen oder Stände wie jene von ChariTea und Megalomania.

Besonders letztgenanntes Label hat es mir angetan, da ich ein Rucksackfan bin und das Leipziger Label, welches sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, nie so wirklich auf dem Schirm hatte – eine Neuentdeckung vor der Haustüre sozusagen. Sophie fertigt Designprodukte und Accessoires aus Naturmaterialien (wie die Lampen in der Lounge zum Beispiel). Upcycling steht genauso wie Ästhetik, Individualität und Verantwortung im Vordergrund. Nicht nur mir gefallen die Produkte, denn auch die Besucher*innen huschen immer wieder an ihrem Stand vorbei, wollen anfassen, staunen und sind vielleicht überrascht, weil Nachhaltigkeit ja gar nicht bedeutet, dass alles grau in grau aussieht und nach Bauernhof riecht.

„Da muss ich wohl nochmal vorbeikommen“ höre ich mich öfters an diesem Abend sagen, weil es einfach noch so viel zu entdecken gibt. Um 23 Uhr ist es dann aber wirklich Zeit, nach Hause zu fahren. Die Messe schließt und wir steigen in unser Clever Shuttle ein. Elektro-Auto, günstige Fahrt. „Werden Sie denn auch anständig bezahlt bei den niedrigen Preisen für die Fahrgäste?“ „Na klar, das läuft unabhängig von ihrem Preis.“ Na dann ist ja alles wunderbar.

Tag 2

Die Designers‘ Open belässt es nicht dabei, in der Kongresshalle auszustellen, sondern bietet noch eine Menge sogenannter Spots, verteilt über die ganze Stadt und Partner-Veranstaltungen. Wir fangen in der Spinnerei an und hopsen von Galerie zu Galerie. Theoretisch könnte man hier einen ganzen Tag verbringen, aber wir wollen mehr als nur eine Anlaufstelle besuchen. Durch den Regen und über das Gelände stapfend entscheiden wir uns für Mittagessen und anschließenden erneuten Messebesuch. Ziemlicher Ansturm vor der Kongresshalle, eine Tür ist eben zu wenig für so viele Menschen, die Einlass-Situation müsste also nochmal überdacht werden, wir quetschen uns durch.
„Lass uns ein paar Fotos machen und noch ein paar Sachen ausprobieren.“ Ich nutze die Gelegenheit und quatsche Anna Zeitler an, deren Mode auf Fashion Show zu sehen war und komplett upcycled ist. Jedes Stück kann auf Bestellung gefertigt werden, verwendet werden aber keine neuen Stoffe, sondern Materialien, die vorher schon produziert wurden und vielleicht einen anderen Zweck erfüllt haben. Mich begeistern die verschiedenen Konzepte, die ich im Laufe des Tages kennenlerne, aber  ich bin ja auch total „öko“ wie andere es vielleicht nennen würden und mit dem Besuch auf der Upcycling-Messe wird noch eine Schippe draufgelegt. Designers‘ Open, du machst mir Spaß.

Die Upcycling-Messe ist der einzige Spot, den ich zum Pflichtprogramm auserwählt habe, alle Tandem-Blogger*innen bekommen eine Führung und ich komme gar nicht mehr aus dem Staunen. Geschirr komplett aus Flaschen, Möbel aus Öl-Tonnen usw. Irgendwie soll eine Messe ja auch immer zum Konsum anregen und dich für neues Zeug begeistern, doch irgendwie sehe ich durch die immer wiederkehrenden nachhaltigen (Produkt)-Konzepte eine ganz andere Richtung. Für mich heißt es schon lang nicht mehr: „Kauf neues Zeug“, sondern „Brauch ich das wirklich“ und das spiegelt sich in diesem Messebesuch.

Ziemlich gesättigt von den ganzen Eindrücken und irgendwie auch gar nicht weiter aufnahmefähig lassen wir den Tag bei Pizza und Gesprächen ausklingen.

Danke Kiss & Tell Communications, Simply Saxony und Designers‘ Open für dieses Erlebnis und die Kooperation! Der Besuch war ein Sponsored Event.

Fotos: Anne Schwerin, Artikelfoto: Gina Marry

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